Baureifes Land in Bayern im vergangenen Jahr wieder teurer
Die Preise für Bauland in Bayern sind zuletzt erneut gestiegen. Nach Angaben des Landesamts für Statistik kostete ein Quadratmeter baureifes Land im vergangenen Jahr durchschnittlich 428 Euro. Das waren 47 Euro mehr als im Vorjahr. Den bisherigen Höchststand erreichte der Wert allerdings bereits 2022 mit 430 Euro je Quadratmeter. Hintergrund ist auch die schwächere Bautätigkeit der vergangenen Zeit, die die Nachfrage nach Baugrundstücken gedämpft hat.
Grundlage der Auswertung sind sämtliche Grundstückskäufe im Freistaat. Insgesamt wurden demnach im vergangenen Jahr 9.580 Verkäufe registriert. Die veräußerte Fläche summierte sich auf 7,9 Millionen Quadratmeter, das gesamte Kaufvolumen lag bei 3,4 Milliarden Euro.
Große Preisunterschiede zwischen den Regionen
Je nach Regierungsbezirk fällt das Preisniveau sehr unterschiedlich aus. Am günstigsten war baureifes Land im Schnitt in Oberfranken mit 130 Euro pro Quadratmeter. Am anderen Ende der Skala lag Oberbayern mit durchschnittlich 1.176 Euro.
Ausschlaggebend dafür ist vor allem München, wo im Mittel 3.455 Euro je Quadratmeter gezahlt wurden. Selbst ohne die Landeshauptstadt bleibt Oberbayern mit 649 Euro deutlich teurer als alle anderen Regionen. Damit liegt der Bezirk noch immer fast doppelt so hoch wie Mittelfranken, das mit 326 Euro pro Quadratmeter den zweithöchsten Wert aufweist.
Es folgen:
- Schwaben: 255 Euro
- Niederbayern: 198 Euro
- Oberpfalz: 190 Euro
- Unterfranken: 176 Euro
Ein Drittel der gesamten Kaufsumme entfiel auf München
Die starken Preisunterschiede spiegeln sich auch in den gezahlten Gesamtsummen wider. Auf Oberbayern entfielen rund 2,1 Milliarden Euro und damit mehr als die Hälfte des gesamten bayerischen Kaufvolumens. Davon wiederum ging mehr als die Hälfte auf München zurück: Dort wurden Grundstücke im Wert von gut 1,1 Milliarden Euro verkauft.
Damit stand die Landeshauptstadt allein für rund ein Drittel der bayernweit gezahlten Summe. In den übrigen Regierungsbezirken lagen die Kaufwerte jeweils lediglich zwischen 0,1 und 0,4 Milliarden Euro.
Auf Kreisebene sind die Unterschiede noch größer
Noch deutlicher werden die Spannweiten beim Blick auf Landkreise und kreisfreie Städte. Die niedrigsten Durchschnittspreise wurden im Landkreis Hof mit knapp 42 Euro pro Quadratmeter sowie im Landkreis Kronach mit knapp 51 Euro festgestellt.
Allerdings weist das Landesamt darauf hin, dass die Zahlen auf Kreisebene oft nur auf wenigen Fällen beruhen, teils auf weniger als 100 Verkäufen. Deshalb ist ihre Aussagekraft begrenzt.
Zu den teuersten Gebieten zählen neben München mit 3.455 Euro auch der Landkreis München mit 1.612 Euro sowie der Landkreis Starnberg mit 1.504 Euro pro Quadratmeter.
Außerhalb Oberbayerns überschritten nur noch Regensburg mit 1.277 Euro und Nürnberg mit 1.111 Euro im Durchschnitt die Marke von 1.000 Euro je Quadratmeter. Auch hier gilt jedoch: Wegen der geringen Zahl an Verkäufen sind diese Werte nur eingeschränkt belastbar.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber