Wirtschaft

Umfrage: Warum Satelliten-Internet jetzt boomt

Satelliten-Internet boomt: 39 Prozent sind interessiert. Doch ausgerechnet diese Sorge bremst viele plötzlich aus.

11.06.2026, 05:00 Uhr

Wachsende Offenheit für Satelliten-Internet

Internet per Satellit stößt in Deutschland auf zunehmend größeres Interesse. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage der Beratungsgesellschaft Deloitte unter 2.000 Personen hervor. Demnach können sich 39 Prozent der Befragten eine solche Verbindung vorstellen – das sind vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die Erhebung fand zwischen März und April statt.

Deloitte-Experte Dieter Trimmel erwartet, dass satellitengestützte Verbindungen künftig über ihren bisherigen Einsatz in entlegenen Gegenden hinaus an Bedeutung gewinnen. Was lange als Speziallösung für abgelegene Regionen galt, könnte sich seiner Einschätzung nach zu einer wichtigen Ergänzung der bestehenden Netzinfrastruktur entwickeln.

Rund ein Drittel der Teilnehmer wäre bereit, für eine Smartphone-Anbindung über Satellit monatlich bis zu fünf Euro zusätzlich zu bezahlen. Als Pluspunkte nennen sie vor allem die unkomplizierte Nutzung und die hohe Verlässlichkeit der Technik.

Zweifel an Kosten und Leistungsfähigkeit

Trotz des gestiegenen Interesses bleibt die Skepsis spürbar. 21 Prozent der Befragten trauen den Anbietern nicht, 29 Prozent halten andere Technologien für leistungsstärker. 34 Prozent sehen zudem preiswertere Alternativen.

Telekommunikationskonzerne setzen auf Partnerschaften

Feste Internetanschlüsse via Satellit gibt es in Deutschland bereits. In Zukunft wollen die großen Anbieter auch Mobilfunkdienste aus dem All ermöglichen. Dafür arbeitet die Deutsche Telekom mit dem US-Unternehmen Starlink zusammen. Vodafone kooperiert mit AST SpaceMobile aus den USA, während O2 Telefónica auf den Luxemburger Betreiber OQ Technology setzt.

Viele sehen Abhängigkeit vom Ausland

Knapp die Hälfte der Befragten, nämlich 48 Prozent, hält die deutsche Telekommunikation technologisch für abhängig vom Ausland. Gleichzeitig ist die Bereitschaft gering, für europäische Technik tiefer in die Tasche zu greifen. 54 Prozent lehnen höhere Preise für Produkte aus Europa ab.

Nur 30 Prozent würden für europäische Telekommunikationstechnologie einen monatlichen Aufpreis von bis zu zehn Euro akzeptieren – selbst dann, wenn dies mit Einbußen bei der Netzqualität verbunden wäre.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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