Politik

Trump verkündet: US-Bürger Gilman frei aus Russlands Haft

Jahrelang saß ein Ex-US-Soldat in Russland fest. Jetzt verkündet Trump: Moskau lässt ihn frei – und fordert angeblich nichts.

11.08.2026, 19:00 Uhr

Nach mehr als vier Jahren in russischer Haft ist der US-Amerikaner Robert Gilman nach Angaben von Präsident Donald Trump freigekommen. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, Russland habe nach seinen Gesprächen mit Kremlchef Wladimir Putin aus humanitären Gründen der Freilassung zugestimmt. Einen Gefangenenaustausch habe es demnach nicht gegeben, ebenso wenig habe Moskau eine Gegenleistung verlangt.

Gilman war nach Angaben der Organisation Global Reach, die sich für seine Freilassung eingesetzt hatte, am 17. Januar 2022 festgenommen worden. Während seiner Haft soll er misshandelt worden sein. Global Reach erklärte zudem, Gilman sei am 30. Juni aus dem Gefängniskrankenhaus in ein ziviles Krankenhaus in Woronesch verlegt worden. Krankenhausmitarbeiter hätten seinen Zustand demnach als kritisch und lebensbedrohlich beschrieben.

Trump teilte außerdem mit, er habe mit Gilman telefoniert. Für seine Rückkehr in die USA wünsche sich dieser nach eigenen Worten „einen guten Cheeseburger“. Noch am Dienstagabend Ortszeit soll Gilman auf dem Militärflugplatz Joint Base Andrews nahe Washington landen.

Widersprüchliche Angaben zur Festnahme

Nach Angaben der gemeinnützigen Foley Foundation diente Gilman im US Marine Corps. Während einer Zugreise durch Russland sei er erkrankt. Statt medizinische Hilfe zu erhalten, sei er auf eine Polizeiwache gebracht worden, wo später mehrere Anklagen gegen ihn erhoben worden seien.

Die russische Staatsagentur Tass schilderte den Fall anders: Demnach wurde Gilman am Bahnhof von Woronesch wegen Trunkenheit und aggressiven Verhaltens festgenommen. Auf der Wache soll er zudem einen Mitarbeiter geschlagen haben. Zunächst sei er zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden, später sei die Strafe um ein Jahr reduziert worden. Wegen weiterer Vorwürfe, wonach er während der Haft Beamte angegriffen habe, sei seine Gefängniszeit anschließend jedoch erneut um mehrere Jahre verlängert worden.

Global Reach zitierte Gilmans Schwester Lexie Hudson mit schweren Vorwürfen gegen die russischen Behörden. Ihr Bruder sei schlecht behandelt und grundlos verletzt worden – allein, weil er Amerikaner und Marine gewesen sei.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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