Wirtschaft

Studierende zweifeln plötzlich am Jobeinstieg

Job nach dem Studium? Viele zweifeln plötzlich – und warum Gehalt nicht mehr das Wichtigste ist, überrascht.

08.06.2026, 04:00 Uhr

Deutlich weniger Studierende in Deutschland sind überzeugt, nach dem Abschluss schnell eine Stelle zu finden, die zu ihren Vorstellungen und Qualifikationen passt. Das geht aus einer aktuellen Erhebung der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervor.

Nur noch 39 Prozent der Befragten rechnen demnach fest mit einem raschen und passenden Berufseinstieg. Gegenüber der vorherigen Befragung aus dem Jahr 2024 entspricht das einem Rückgang um 15 Prozentpunkte.

Weitere 49 Prozent halten einen gelungenen Start ins Berufsleben immerhin für wahrscheinlich – das sind neun Prozentpunkte mehr als noch vor zwei Jahren. Zwölf Prozent blicken dagegen pessimistisch auf den Berufseinstieg. 2024 lag dieser Anteil noch bei sechs Prozent.

Nach Angaben von EY wurden im März mehr als 2.000 Studentinnen und Studenten in Deutschland online durch ein Marktforschungsinstitut befragt. Die Untersuchung sei repräsentativ und werde seit 2014 im Abstand von zwei Jahren durchgeführt.

Jobsicherheit überholt Gehalt

Bei der Wahl eines Arbeitgebers steht für Studierende inzwischen vor allem die Sicherheit des Arbeitsplatzes im Vordergrund. 52 Prozent nannten diesen Punkt als wichtigsten Faktor. Dahinter folgen mit einem Abstand von neun Prozentpunkten das Gehalt sowie mögliche Gehaltssteigerungen. 2024 hatte dieser Aspekt noch an erster Stelle gelegen. Auf Platz drei landen flexible Arbeitszeiten mit 41 Prozent.

Jan-Rainer Hinz, Mitglied der Geschäftsführung sowie Leiter Personal und Unternehmenskultur bei EY, spricht von einem klaren Wandel: Für die heutige Studierendengeneration werde Sicherheit immer stärker zum Maßstab – noch vor Karrierechancen, Bezahlung und Entwicklungsmöglichkeiten.

Als Grund verweist Hinz auf die angespannte wirtschaftliche Lage, die auch unter Studierenden auf die Stimmung drücke. Die Zuversicht, nach dem Studium zügig einen passenden Job zu finden, nehme spürbar ab. Angesichts steigender Arbeitslosenzahlen, auch unter Akademikerinnen und Akademikern, sei diese Entwicklung jedoch wenig überraschend.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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