Sachsen

Zittersieg im Erzgebirge: Was der CDU-OB jetzt plant

Wahl-Drama im Erzgebirge: Hoffmann schlägt den Rechtsextremen knapp – und überrascht danach mit diesem Schritt.

08.06.2026, 04:00 Uhr

CDU gewinnt Oberbürgermeisterwahl in Aue-Bad Schlema knapp

Bei der Oberbürgermeisterwahl in Aue-Bad Schlema im Erzgebirge hat sich der CDU-Kandidat Marcus Hoffmann knapp durchgesetzt. Trotz des engen Rennens kündigte der Wahlsieger an, auch mit seinem unterlegenen Konkurrenten Stefan Hartung von den rechtsextremen „Freien Sachsen“ zusammenarbeiten zu wollen. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte Hoffmann mit Blick auf den Stadtrat: „Ja natürlich, wir müssen zusammenarbeiten.“

Die Wahl sorgte auch über Sachsen hinaus für Aufmerksamkeit, unter anderem berichtete die „New York Times“ darüber. Im ersten Wahlgang am 10. Mai hatte Hartung noch vor Hoffmann gelegen. In der Stichwahl am Sonntag drehte sich das Ergebnis jedoch: Nach dem vorläufigen Endstand kam Hoffmann, 41 Jahre alt, auf 5.007 Stimmen, Hartung, 37, auf 4.499. Bis zur Auszählung der Briefwahl hatte Hartung noch geführt, erst danach zog Hoffmann vorbei.

Verfassungsschutz sieht „Freie Sachsen“ als rechtsextrem an

Hartung war über Jahre Funktionär der NPD, die heute unter dem Namen „Die Heimat“ auftritt. Zudem gehört er zu den Mitbegründern der „Freien Sachsen“ und ist derzeit deren stellvertretender Vorsitzender. Sowohl der sächsische als auch der Bundesverfassungsschutz stufen die Kleinpartei als rechtsextrem ein. Nach eigenen Angaben zählt sie rund 1.200 Mitglieder. Immer wieder organisiert die Partei öffentliche Proteste, darunter auch Fackelmärsche gegen Unterkünfte für Asylbewerber.

Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes streben die „Freien Sachsen“ mehr Eigenständigkeit für den Freistaat an und ziehen dabei im Extremfall sogar einen sogenannten „Säxit“ in Betracht, angelehnt an den Brexit. Dabei beziehen sie sich nicht nur auf das heutige Sachsen, sondern auf die Grenzen des früheren Königreichs.

OB-Wahl in Aue- Bad Schlema
Der unterlegene Kandidat von den rechtsextremen «Freien Sachsen» will mit dem Wahlsieger zusammenarbeiten. Quelle: Sebastian Willnow/dpa

Hartung erklärte seinerseits, er hoffe auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem neuen Oberbürgermeister im Stadtrat, und wünschte ihm „im Sinne unserer Stadt ein glückliches Händchen“. Unmittelbar nach seiner Niederlage hatte er allerdings noch gesagt, Hoffmann sei von vielen vor allem deshalb gewählt worden, um ihn zu verhindern. Das sei aus seiner Sicht kein gutes Zeichen.

Stadt im Erzgebirge mit Bergbaugeschichte

Aue-Bad Schlema liegt im Erzgebirge, einer Region, die vor allem für ihre Bergbautradition, ihr Kunsthandwerk und den Wintersport bekannt ist. Im kommenden Jahr wird die Stadt zudem Gastgeberin der sächsischen Landesgartenschau sein.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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