Siemens Healthineers: KI soll Medizin vor allem effizienter machen
Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers betrachtet Künstliche Intelligenz nicht als Selbstzweck, sondern als praktisches Werkzeug für bessere medizinische Versorgung. Nach Worten von Vorstandschef Bernd Montag macht KI die Medizintechnik nicht automatisch besser, könne aber Abläufe deutlich effizienter gestalten.
„KI ist nicht das Ziel“
Auf die Frage nach einer KI-Strategie antworte das Unternehmen laut Montag bewusst anders: Nicht die Technologie stehe im Mittelpunkt, sondern das medizinische Ziel. Entscheidend sei etwa, Krebs wirksamer zu bekämpfen. Erst auf diesem Weg werde geprüft, welchen Beitrag KI leisten könne. Maßstab seien am Ende bessere Therapien – nicht der Einsatz von KI an sich.
Siemens Healthineers konzentriert sich nach eigenen Angaben vor allem auf Diagnose und Behandlung von Krankheiten, die weltweit besonders viele Todesfälle verursachen. Dazu zählen Krebs, Herz-Kreislauf-Leiden und Schlaganfälle. Gleichzeitig stünden die Gesundheitssysteme unter starkem Druck: Neben steigenden Kosten fehle es vielerorts zunehmend an qualifiziertem Personal. Genau hier könne KI helfen, indem sie Routinetätigkeiten übernimmt und Fachkräfte entlastet.
Ärzte bleiben unverzichtbar
Montag betonte jedoch, dass ärztliche Kompetenz nicht vollständig ersetzt werden könne. Für verlässliche Diagnosen brauche es nicht nur CT-Aufnahmen, sondern auch die Einschätzung erfahrener Radiologen. Ebenso wichtig sei, dass die zugrunde liegenden Befunde von hoher Qualität seien. Nur mit sorgfältig ausgewählten und gut aufbereiteten Daten lasse sich KI sinnvoll trainieren. Dabei komme es weniger auf riesige Datenmengen als auf die Qualität der Datensätze an.
Siemens Healthineers gehört seit 2021 zum Dax und zählt gemessen am Umsatz zu den fünf größten Medizintechnikunternehmen der Welt. In Europa ist der Konzern nach eigenen Angaben die Nummer eins der Branche. Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte das Unternehmen mit rund 75.000 Beschäftigten einen Umsatz von mehr als 23 Milliarden Euro.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber