Shein will in Hongkong bis zu 1,5 Milliarden Euro einsammeln
Die Modeplattform Shein strebt bei ihrem geplanten Börsengang in Hongkong eine Kapitalaufnahme in Milliardenhöhe an. Nach Unternehmensangaben sollen rund 280 Millionen Aktien zu einem Preis von 47,60 bis 49,50 Hongkong-Dollar je Anteil ausgegeben werden. Damit könnte Shein bis zu 13,86 Milliarden Hongkong-Dollar erlösen, was derzeit etwa 1,5 Milliarden Euro entspricht.
Den endgültigen Ausgabepreis will das ursprünglich in China gegründete und inzwischen in Singapur ansässige Unternehmen am 31. August festlegen. Der erste Handelstag ist laut Mitteilung für den 1. September vorgesehen.
Bewertung bleibt unter früheren Erwartungen
Mit dem seit Langem erwarteten Börsengang könnte Shein nach eigenen Berechnungen auf einen Börsenwert von etwa 210,2 Milliarden Hongkong-Dollar kommen. Das entspräche derzeit rund 22,9 Milliarden Euro. Damit läge die Bewertung deutlich unter den fast 100 Milliarden US-Dollar, die dem Unternehmen 2022 in privaten Finanzierungsrunden zugeschrieben worden waren.
Geschäftsumfeld wird schwieriger
Plattformen wie Shein, Temu und AliExpress haben in den vergangenen Jahren auch in Deutschland stark an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig wächst die Kritik. Politiker, Handelsverbände und Verbraucherschützer bemängeln unter anderem die Qualität mancher Produkte, unzureichende Kontrollen und aus ihrer Sicht unfaire Wettbewerbsbedingungen.
Shein setzt bei seinem Modell darauf, Waren direkt aus China von den Herstellern an Kunden weltweit zu versenden, meist per Flugzeug. Die Produkte werden dabei zu sehr niedrigen Preisen angeboten. Zuletzt wurde das Geschäft jedoch durch neue Zollvorgaben in den USA und Europa sowie durch die Folgen der Nahost-Krise belastet.
Verlust im ersten Quartal
Bereits Ende Juli hatte Shein in seinem Börsenprospekt mitgeteilt, in den ersten drei Monaten des Jahres einen Verlust von 99 Millionen US-Dollar gemacht zu haben. Nach Schätzungen des Unternehmens verfügte die Plattform 2025 über rund 273 Millionen aktive Kundinnen und Kunden in etwa 160 Ländern.
Die Einnahmen aus dem Börsengang sollen unter anderem in den Ausbau der technischen Infrastruktur sowie in eine stärkere weltweite Vermarktung fließen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber