Beetz übt scharfe Kritik nach Galeria-Insolvenz
Der Miteigentümer der insolventen Warenhauskette Galeria, Bernd Beetz, hat die Unternehmensführung um Tilo Hellenbock für den erneuten Insolvenzantrag verantwortlich gemacht und einen raschen Neustart gefordert. Gegenüber der "Bild" sagte Beetz, aus seiner Sicht wäre die Insolvenz grundsätzlich vermeidbar gewesen.
Beetz erklärte, die Gesellschafter hätten Galeria in einer schwierigen Situation übernommen und viel Zeit, Kraft und eigenes Geld eingesetzt, um dem Unternehmen wieder Perspektiven zu geben. Nach seiner Auffassung sei es jedoch entscheidend gewesen, den notwendigen Umbau deutlich konsequenter und schneller voranzutreiben.
Als zentrale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Neuausrichtung nannte er vor allem ein stringentes Warenmanagement, eine klar definierte Sortimentspolitik und einen stärkeren Fokus auf die Kundschaft.
Trotz der erneuten Krise äußerte sich Beetz zuversichtlich. Ein Warenhauskonzept könne nach seiner Einschätzung auch heute noch wirtschaftlich erfolgreich sein.
Für Galeria ist der aktuelle Schritt bereits der vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren. Der Betrieb in den 83 Filialen soll zunächst ohne Unterbrechung weitergehen.
Eigentümerwechsel und lange Krisengeschichte
Im Zuge der früheren Insolvenzverfahren war das Filialnetz bereits deutlich verkleinert worden. Außerdem verzichteten Gläubiger auf Forderungen in Milliardenhöhe, um dem Unternehmen eine Sanierung zu ermöglichen.
Der vorherige Insolvenzantrag war vor gut zweieinhalb Jahren gestellt worden, damals noch unter dem Namen Galeria Karstadt Kaufhof. Auslöser war damals die Krise des früheren Mutterkonzerns Signa.
Seit dem Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC sowie einer Beteiligungsgesellschaft von Bernd Beetz. Zudem wurden die traditionsreichen Namen Kaufhof und Karstadt aus dem Unternehmensnamen gestrichen. Auch der Firmensitz wurde inzwischen von Essen nach Düsseldorf verlegt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber