Fußball

Die DFB-Stars in der gnadenlosen Einzelkritik

Urbig glänzt gegen Griechenland wie die künftige Nummer 1 – und Wirtz? Der Kapitän treibt an, doch ein Detail fehlt noch.

04.10.2026, 22:41 Uhr

Einzelkritik nach dem Spiel in Thessaloniki

Thessaloniki (dpa) – Mehrere deutsche Spieler konnten beim Auftritt in Griechenland Eigenwerbung betreiben. Der Überblick über die Leistungen:

Urbig: Gleich zu Beginn bewahrte er sein Team mit einer starken Parade gegen Masouras (2.) vor einem Rückstand. Wirkte sehr sicher und strahlte viel Ruhe aus. Ein klarer Anwärter auf die Rolle als Nummer eins.

Treu: Leistete sich mit Kyziridis intensive Duelle über die gesamte Partie. Die große Möglichkeit auf den Siegtreffer kurz vor Schluss (87.) ließ er allerdings aus. Dennoch gehört der Freiburger zu den Gewinnern unter Klopp.

Thiaw: In der Defensive aufmerksam, robust und ohne erkennbare Unsicherheiten. In dieser Form ist der Newcastle-Profi eine echte Option für das Abwehrzentrum. Klopp dürfte ihn in England genau beobachten.

Anton: Für den Dortmunder war es ein arbeitsreicher Abend. Nach seiner Gelben Karte musste er in den Zweikämpfen besonders aufpassen, blieb aber konsequent und hielt stark dagegen.

Raum: Überzeugte mit viel Energie und seiner bekannten Dynamik. Außerdem trieb er seine Mitspieler immer wieder lautstark an. Ein einstudierter Freistoß mit Wirtz sorgte fast für ein Highlight.

Pavlovic: Im Mittelfeld lenkte er das Spiel und hatte zugleich defensiv viel abzusichern, um Gegenstöße zu verhindern. Die Frage bleibt, ob er künftig ähnlich wie in München mit Kimmich harmonieren könnte.

Bischof: Hatte Pech, dass sein Handspiel dem aberkannten Treffer von Burkardt vorausging. Fand nur schwer in die Partie, zeigte aber Einsatz und sammelte zumindest Fleißpunkte.

Wirtz: Die Kapitänsbinde schien ihm zusätzlichen Schub zu geben. Fast jeder gefährliche Angriff lief über ihn oder wurde von ihm eingeleitet. Im Verlauf des Spiels fehlten ihm jedoch zunehmend die zündenden Ideen.

Karl: Körperlich wirkte er noch nicht bei voller Stärke, was sich auch im Spielrhythmus bemerkbar machte. Der junge Münchner wollte viel, verhedderte sich dabei aber öfter.

Burkardt: Der Frankfurter arbeitete enorm viel, suchte die Zweikämpfe und scheute keinen Schmerz. Umso bitterer, dass sein mit großem Einsatz erzielter Treffer wegen der vorherigen Szene nicht anerkannt wurde.

Scherhant: Der Freiburger bringt vieles mit, was Klopp schätzen dürfte: Tempo, Mut und permanenten Zug zum Gegner. Im Abschluss muss er allerdings noch zielstrebiger werden.

El Mala: Kam erneut als Einwechselspieler zu seinem zweiten Länderspiel. In seiner rund halbstündigen Einsatzzeit fehlte ihm jedoch die richtige Anbindung ans Spiel.

Woltemade: Auch er brachte als Joker Bewegung und Laufbereitschaft ein. Zu klaren Abschlüssen oder Torchancen kam der neue Juve-Angreifer aber nicht.

Baur: Der Celtic-Spieler durfte in der Schlussphase ebenfalls noch einmal ran und sammelte seinen zweiten Einsatz im Nationaltrikot. Klopp traut ihm offenbar einiges zu und wird seine Entwicklung in Schottland weiter verfolgen.

Conté: Der Hoffenheimer erhielt ebenfalls noch einige Minuten. Als sonst so auffälliger Balljäger konnte er diesmal aber keine entscheidenden Akzente mehr setzen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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