Apple will Nutzer seiner Mac-Computer künftig deutlicher auf mögliche Gefahren hinweisen, bevor KI-Agenten weitreichenden Zugriff auf persönliche Daten erhalten. Der Konzern warnt, dass einige Entwickler die bisherigen Zugriffsrechte so nutzen, dass im Extremfall nahezu sämtliche Inhalte eines Geräts offengelegt werden könnten. Deshalb solle vor einer Zustimmung klarer über die Risiken informiert werden.
KI-Agenten mit tiefem Zugriff
KI-Agenten sind darauf ausgelegt, Aufgaben selbstständig für Anwender zu erledigen. Nach Darstellung vieler KI-Unternehmen können solche Systeme inzwischen fast alles übernehmen, was sonst manuell am Computer erledigt wird. Damit sie im Alltag tatsächlich hilfreich sind, benötigen sie jedoch oft umfassenden Zugang zu Informationen wie E-Mails, Chatverläufen, Kalenderdaten oder möglicherweise sogar zu Bankkonten.
„Full Disk Access“ im Fokus
Auf dem Mac gibt es die Berechtigung „Full Disk Access“, mit der Programme sehr weitreichend auf Daten der Festplatte zugreifen können. Apple zufolge wurde diese Funktion ursprünglich geschaffen, damit Backup-Software Sicherungen zuverlässig erstellen kann.
Inzwischen werde diese Möglichkeit aber auch von Anbietern von KI-Programmen verwendet. Mit den wachsenden Fähigkeiten und der zunehmenden Eigenständigkeit solcher Agenten nähmen laut Apple auch die Sicherheitsrisiken zu. Bei iPhones und iPads sind derartige Datenzugriffe deutlich stärker begrenzt als auf Macs.
Apple setzt auch auf eigene KI
Gleichzeitig arbeitet Apple daran, seine Sprachassistenz Siri mit zusätzlichen KI-Funktionen auszubauen. Diese sollen ebenfalls vom Zugriff auf Nutzerdaten auf dem jeweiligen Gerät profitieren. Apple betont dabei, dass die Verarbeitung entweder direkt auf dem Gerät erfolgt oder die Daten vollständig verschlüsselt übertragen werden, sodass auch der Konzern selbst keinen Einblick erhält.
Die neue KI-Version von Siri steht zunächst nur auf Englisch zur Verfügung und innerhalb der EU bislang nur auf dem Mac. Für iPhones und iPads verweist Apple auf die Vorgaben des Digital Markets Act (DMA). Da der Konzern dort als besonders mächtig eingestuft wird, müssten Wettbewerber denselben Datenzugang erhalten wie Apples eigene Dienste. Das lehnt Apple mit Verweis auf Datenschutz und Sicherheit ab und hat die Einführung dieser Funktionen auf iPhones und iPads in der EU daher vorerst zurückgestellt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber