Wirtschaft

Munich Re überrascht: Rekordgewinn ohne Katastrophen

Keine Katastrophen, riesiger Gewinnsprung: Warum Munich Re plötzlich kräftig kassiert – und was das jetzt bedeutet.

12.05.2026, 10:21 Uhr

Munich Re startet mit deutlichem Gewinnplus ins Jahr

Ein ruhiger Jahresbeginn ohne schwere Waldbrände, starke Erdbeben oder zerstörerische Stürme hat Munich Re im ersten Quartal kräftig Rückenwind gegeben. Der Rückversicherer steigerte seinen Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 50 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Ausschlaggebend war vor allem, dass große Schadensereignisse weitgehend ausblieben. Im Vorjahr hatten die lang andauernden Brände rund um Los Angeles das Ergebnis noch erheblich belastet.

Kaum Großschäden belasten die Bilanz

Weil es in den ersten drei Monaten keine ähnlich schweren Katastrophen gab, reduzierten sich die Auszahlungen für Großschäden drastisch: von einer Milliarde Euro auf nur noch 130 Millionen Euro. Das Unternehmen sprach in seiner Quartalsmitteilung von einem "zufallsbedingten" Rückgang.

Besonders deutlich fiel der Unterschied bei Naturkatastrophen aus. Hier sanken die Belastungen von 757 Millionen auf 55 Millionen Euro. Aber auch bei großen, von Menschen verursachten Schäden gingen die Kosten spürbar zurück – von 251 Millionen auf 75 Millionen Euro. Rückversicherer wie Munich Re sichern Erstversicherer wie Allianz oder Axa gegen hohe Risiken ab.

Schwacher Dollar drückt auf die Erlöse

In den Zahlen zeigt sich zugleich ein anderer, von Menschen beeinflusster Faktor: die Schwäche des US-Dollars, die wesentlich mit der Politik von US-Präsident Donald Trump in Verbindung gebracht wird. Da viele Rückversicherungsverträge in Dollar abgeschlossen werden, schlägt ein niedriger Wechselkurs direkt auf die Einnahmen durch.

Der Umsatz aus Versicherungsverträgen verringerte sich deshalb um fast 800 Millionen Euro auf 15 Milliarden Euro. Hauptgrund waren negative Währungseffekte.

Ergo mit höherem Umsatz, aber weniger Gewinn

Anders entwickelte sich das Geschäft bei der Erstversicherungstochter Ergo, die vor allem in Deutschland und den benachbarten europäischen Ländern aktiv ist. Dort gab der Gewinn leicht von 241 Millionen auf 235 Millionen Euro nach. Gleichzeitig legte der Versicherungsumsatz von knapp 5,6 Milliarden auf knapp 5,7 Milliarden Euro zu.

Jahresziel bleibt bestehen

Vorstandschef Christoph Jurecka und das Management halten weiterhin an ihrem Ziel für das Gesamtjahr fest. Der Konzern peilt unverändert einen Gewinn von 6,3 Milliarden Euro an.

Allerdings profitiert ein Rückversicherer nicht dauerhaft von ungewöhnlich niedrigen Katastrophenschäden. Kurzfristig entlastet das zwar die Bilanz, mittelfristig geraten jedoch die Preise unter Druck, die Erstversicherer für den Rückversicherungsschutz zahlen. Das zeigte sich bereits im ersten Quartal: In der Vertragserneuerung im April lagen die Preise laut Unternehmen um gut drei Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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