Politik

CSU warnt: AfD feiert brutales Regime

DDR-Hymne statt Deutschlandlied: AfD-Spitze singt mit – die CSU reagiert fassungslos. Was steckt hinter dem Eklat?

15.07.2026, 14:10 Uhr

CSU verurteilt Singen der DDR-Hymne bei AfD-Termin in Sachsen-Anhalt

Die CSU hat scharfe Kritik an einem Vorfall bei einer AfD-Veranstaltung in Sachsen-Anhalt geübt, bei dem die DDR-Hymne gesungen wurde. CSU-Generalsekretär Martin Huber erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in München, die AfD verherrliche damit ein repressives Unrechtsregime und offenbare erneut extremistisches sowie geschichtsvergessenes Denken. Zugleich warf er der Partei vor, Deutschland und die Gesellschaft zu spalten.

Huber warnt vor Verantwortung von Extremisten

Nach Ansicht der CSU unterstreicht der Vorfall erneut, dass weder rechts- noch linksextreme Kräfte politische Verantwortung in Deutschland übernehmen dürften. Huber verwies dabei auf die Werte der deutschen Nationalhymne mit den Worten „Einigkeit und Recht und Freiheit“ und stellte der AfD ein schlechtes Zeugnis aus. Wer stattdessen andere Symbole pflege, könne sich nicht glaubhaft als patriotisch darstellen.

Uwe Steimle stimmte „Auferstanden aus Ruinen“ an

Bei der Veranstaltung am Dienstagabend in Dessau-Roßlau hatten AfD-Chef Tino Chrupalla und der Spitzenkandidat der Partei in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, gemeinsam mit mehreren Hundert Teilnehmern die frühere DDR-Hymne angestimmt. Eigentlich war zum Abschluss der Diskussionsrunde vorgesehen, die deutsche Nationalhymne zu singen. Der Kabarettist Uwe Steimle begann jedoch stattdessen mit „Auferstanden aus Ruinen“, was im Publikum auf Beifall stieß.

Auch die deutsche Nationalhymne wurde später gesungen

Chrupalla versuchte zunächst offenbar noch, die Situation zu beeinflussen, beteiligte sich anschließend aber gemeinsam mit Siegmund und lächelnd am Gesang. Erst danach wurde zusätzlich auch die deutsche Nationalhymne gesungen.

Landtagswahl am 6. September

Die Szene sorgt auch deshalb für politische Aufmerksamkeit, weil in Sachsen-Anhalt am 6. September ein neuer Landtag gewählt wird. Nach aktuellen Umfragewerten liegt die AfD dort mit rund 41 Prozent deutlich vor den anderen Parteien. Bei der Veranstaltung in Dessau-Roßlau hatten Chrupalla, Siegmund und Steimle zuvor über das Thema Frieden diskutiert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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