Wirtschaft

KNDS stoppt Börsengang überraschend

Überraschender Rückzieher bei KNDS: Warum der Milliarden-Börsengang des Panzerbauers plötzlich gestoppt wurde

02.07.2026, 07:11 Uhr

KNDS verschiebt geplanten Börsengang vorerst

Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS legt seine Börsenpläne zunächst auf Eis. Als Grund nannte das Unternehmen die derzeit unruhige Lage an den Finanzmärkten. Der Schritt an die Börse solle erst dann weiterverfolgt werden, wenn sich das Marktumfeld wieder verbessere.

Zuvor hatte die Financial Times berichtet, dass es den Eigentümern schwerfalle, Anleger von einer Unternehmensbewertung von mehr als 12 Milliarden Euro zu überzeugen.

Ende Juni hatte KNDS angekündigt, die Aktien im Rahmen einer Doppelnotierung in Frankfurt und Paris platzieren zu wollen. Der Börsengang des Herstellers von Leopard-2-Kampfpanzern und der Panzerhaubitze 2000 hätte zu den größten europäischen Neuemissionen im Verteidigungsbereich der letzten Jahre zählen können.

Schwächeres Marktumfeld für Rüstungswerte

In den vergangenen Wochen hat sich die Stimmung für Rüstungsaktien jedoch merklich verschlechtert. Unter anderem gerieten die Papiere des Konkurrenten Rheinmetall deutlich unter Druck. KNDS erklärte, man werde die Entwicklung an den Kapitalmärkten weiterhin aufmerksam verfolgen und sei bereit, die Pläne wieder aufzunehmen, sobald die Bedingungen dies zuließen.

Dem Vorhaben war eine Verständigung zwischen der deutschen und der französischen Regierung über die künftige Eigentümerstruktur vorausgegangen. Vereinbart wurde, dass Deutschland und Frankreich jeweils 40 Prozent an KNDS halten sollen. Die restlichen 20 Prozent waren für den Verkauf an institutionelle Investoren im Zuge des Börsengangs vorgesehen.

KNDS
Panzerbauer KNDS stoppt den geplanten Börsengang. Quelle: Wolf von Dewitz/dpa

KNDS war 2015 aus dem Zusammenschluss von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Rüstungskonzern Nexter hervorgegangen. Der Konzern gehört derzeit der deutschen Eigentümerfamilie von Krauss-Maffei Wegmann sowie dem französischen Staat. KNDS beschäftigt mehr als 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, setzte im Geschäftsjahr 2025 rund 4,4 Milliarden Euro um und hat seinen Hauptsitz in Amsterdam. Die deutsche Zentrale befindet sich in München.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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