Wirtschaft

Klimaschutz: Darum investieren wieder mehr Haushalte privat

Wärmepumpe, E-Auto, Solar: Millionen wollen die Energiewende – doch für viele platzt der Traum aus einem bitteren Grund.

27.08.2026, 05:00 Uhr

KfW: Private Investitionsbereitschaft für Klimaschutz in Deutschland nimmt wieder zu

Die Bereitschaft privater Haushalte in Deutschland, Geld in Klimaschutzmaßnahmen zu investieren, ist wieder gestiegen. Das geht aus der aktuellen Ausgabe des jährlichen Energiewendebarometers der Förderbank KfW hervor. Demnach zeigen sich 66 Prozent der Haushalte offen für entsprechendes Handeln. Damit endet ein mehrjähriger Rückgang. Im Jahr 2025 hatte der Wert mit 59 Prozent den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2018 erreicht.

Auch die grundsätzliche Zustimmung zur Energiewende bleibt hoch. 84 Prozent der repräsentativ befragten Haushalte halten den Umbau des Energiesystems weg von Kohle, Öl und Gas hin zu erneuerbaren Energien wie Wind-, Solar- und Wasserkraft für wichtig oder sehr wichtig. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 83 Prozent. Für die aktuelle Untersuchung wurden 4.381 Haushalte zwischen dem 10. Dezember 2025 und dem 1. April 2026 befragt.

Nach Angaben der KfW setzen in Deutschland bereits rund 14 Millionen Haushalte mindestens eine klimafreundlichere Technologie ein – etwa Wärmepumpe, Pelletheizung, Photovoltaik, Solarthermie oder Elektroauto. Das entspricht 34 Prozent aller Haushalte. Weitere 5 Prozent planen innerhalb der kommenden zwölf Monate eine solche Anschaffung. KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher erklärte, der außergewöhnlich heiße Sommer 2026 habe die Dringlichkeit des Klimaschutzes nochmals deutlich gemacht.

Deutliche Unterschiede beim Einkommen

Zugleich zeigt die Studie, dass Haushalte mit geringerem Einkommen bei der Energiewende häufig zurückbleiben. Laut Schumacher fehlt es vielen Menschen im unteren Einkommensbereich an finanziellen Möglichkeiten, um in klimafreundliche Technik zu investieren. Gleichzeitig trifft sie die Verteuerung fossiler Energieträger besonders stark, da sie häufiger mit Öl oder Gas heizen.

Heizung
Die Heizung in Privathaushalten in Deutschland wird überwiegend noch mit Öl- und Gas betrieben. (Symbolbild) Quelle: Elisa Schu/dpa

In Deutschland gilt seit 2021 ein CO2-Preis auf fossile Energieträger wie Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel. Dadurch werden deren Nutzung und Verbrauch teurer, was Anreize für mehr Klimaschutz schaffen soll. Zum 1. Januar 2026 wurde der Preis pro Tonne CO2 von 55 Euro auf eine Spanne von 55 bis 65 Euro erhöht.

Schumacher warnt, dass steigende CO2-Kosten ärmere Haushalte in den kommenden Jahren überdurchschnittlich belasten könnten. Um die Energiewende breiter in der Bevölkerung zu verankern, seien deshalb gezielte Förderprogramme für einkommensschwächere Haushalte wichtig.

Der Erhebung zufolge heizen weiterhin fast zwei Drittel der Haushalte (63 Prozent) in Deutschland mit Gas oder Öl. Wärmepumpen kommen bislang in 9 Prozent der Haushalte zum Einsatz, Holzpelletheizungen in 6 Prozent.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen