Die Apfelernte am Bodensee wird in diesem Jahr voraussichtlich deutlich geringer ausfallen als 2023. Nach Angaben von Hubert Bernhard, Präsident des Landesverbands Erwerbsobstbau (LVEO), rechnen die Betriebe mit rund 20 Prozent weniger Ertrag. Gleichzeitig sei die Qualität der Früchte hoch: Die Äpfel seien besonders süß und aromatisch. Die eigentliche Haupternte beginnt in den nächsten Tagen.
Als Hauptursache für die kleinere Ernte gilt die anhaltende Trockenheit. Vor allem dort, wo nicht bewässert werden konnte, litten die Obstbäume spürbar. Frühe Sorten wie Elstar und Gala fallen deshalb nach Einschätzung der Erzeuger etwas kleiner aus als üblich. Bei später reifenden Sorten wie Jonagold setzen die Obstbauern nun auf positive Effekte durch den jüngsten Regen.
Auch starke Sonneneinstrahlung habe Schäden verursacht. Ein Teil der Früchte sei von Sonnenbrand betroffen. Trotz dieser Belastungen erwartet Bernhard insgesamt eine gute Ware. Für Verbraucher gebe es daher Anlass zur Freude, denn die diesjährige Ernte zeichne sich durch einen besonders intensiven Geschmack aus.
Preisbildung hängt vom europäischen Markt ab
Wie teuer Äpfel im Handel werden, lässt sich laut Bernhard nicht allein aus der regionalen Erntemenge ableiten. Entscheidend sei vor allem die Lage auf dem europäischen Markt. Dabei hätten insbesondere Polen und Italien großen Einfluss. In Polen habe es in diesem Jahr unter anderem Frostschäden gegeben. Gleichzeitig gehe der Apfelkonsum insgesamt zurück, was die Erzeuger zusätzlich belaste.
Für die Obstbaubetriebe bleibe die wirtschaftliche Lage angespannt. Im vergangenen Jahr lagen die Erzeugerpreise laut Bernhard nur bei etwa 21 bis 25 Cent pro Kilogramm. In dieser Saison müssten die Landwirte bessere Erlöse erzielen. Ob sich das auch in höheren Ladenpreisen bemerkbar machen wird, sei noch offen. Falls die Preise für Verbraucher steigen, dürfte der Anstieg nach seiner Einschätzung jedoch eher überschaubar bleiben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber