Fußball

Monaco-Knall: Geld, Macht und die Königsklassen-Lose

Monaco zieht die Königsklassen-Lose – und plötzlich geht es für Bayern, BVB & Co. um weit mehr als nur Top-Gegner.

27.08.2026, 05:34 Uhr

In Monaco richtet sich der Blick des europäischen Fußballs auf einen der zentralen Termine der Saison: Bei der Champions-League-Auslosung am Donnerstag ab 18.00 Uhr beginnt offiziell die nächste Spielzeit der lukrativen Königsklasse. Noch bevor die deutschen Vertreter ihre Gegner kennenlernen, steht im Fürstentum neben dem Sport auch die Fußballpolitik im Fokus.

Vier deutsche Clubs dabei

Deutschland ist diesmal mit vier Mannschaften in der Champions League vertreten: dem FC Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und dem VfB Stuttgart. Bayern qualifizierte sich als deutscher Meister, Dortmund als Vizemeister. Leipzig und Stuttgart sicherten sich ihre Tickets über die Bundesliga-Plätze drei und vier. Ein zusätzlicher fünfter Startplatz für die Bundesliga kam nicht zustande, da diese Bonusplätze an Clubs aus England und Spanien gingen.

So funktioniert das neue Format

Eine klassische Ziehung im alten Stil gibt es praktisch nicht mehr, denn die Paarungen werden computergestützt ermittelt. Die 36 Teilnehmer sind anhand der UEFA-Klubrangliste in vier Töpfe eingeteilt worden. Aus deutscher Sicht befinden sich Bayern in Topf 1, Dortmund in Topf 2, Leipzig in Topf 3 und Stuttgart in Topf 4.

Jede Mannschaft erhält je zwei Gegner aus jedem der vier Töpfe zugewiesen, auch aus dem eigenen. Gegen diese Teams wird jeweils einmal zuhause und einmal auswärts gespielt. So kommt jede Mannschaft in der Ligaphase auf acht Partien.

Nach Abschluss dieser Runde ziehen die besten acht Teams direkt ins Achtelfinale ein. Die Clubs auf den Plätzen neun bis 24 müssen den Umweg über die Playoffs nehmen. Danach geht es im klassischen K.-o.-System weiter.

Champions League Auslosung in Monaco
Das Grimaldi Forum in Monaco ist der traditionelle Ort für die Auslosung zur Champions League. (Archivbild) Quelle: Laurent Cipriani/AP/dpa

Wichtige Termine

Den genauen Spielplan will die UEFA frühestens am Samstag veröffentlichen. Der erste Spieltag der neuen Ligaphase findet vom 8. bis 10. September statt. Das Ende dieser Runde ist für den 27. Januar angesetzt. Das Finale der Saison 2026/27 wird am 5. Juni 2027 im Estadio Metropolitano in Madrid ausgetragen.

Milliarden für die Königsklasse

Auch finanziell bleibt die Champions League ein gigantisches Geschäft. Die UEFA rechnet mit Einnahmen von rund 4,4 Milliarden Euro aus der Saison. Davon sollen 2,467 Milliarden Euro an die 36 beteiligten Vereine ausgeschüttet werden.

Jeder Club erhält zunächst eine Startprämie von 18,62 Millionen Euro. In der Ligaphase werden zusätzlich 2,1 Millionen Euro pro Sieg und 700.000 Euro pro Unentschieden gezahlt. In den K.-o.-Runden kommen weitere Prämien hinzu – von einer Million Euro für die Playoffs bis zu insgesamt 63,5 Millionen Euro für den späteren Titelgewinner.

Daneben gibt es noch einen weiteren Verteilungstopf, aus dem – abhängig von Platzierung und Vermarktungswert – Summen zwischen 33,66 Millionen Euro und 935.000 Euro ausgeschüttet werden. Die Champions League bleibt damit sportlich wie wirtschaftlich eines der größten Projekte im Weltfußball.

In Monaco geht es auch um Machtfragen

Vor der Auslosung steht jedoch nicht nur der Wettbewerb selbst im Mittelpunkt. In Monaco treffen sich Europas führende Fußballfunktionäre rund um UEFA-Präsident Aleksander Ceferin mit Vertretern der 55 Mitgliedsverbände. Zentrales Thema ist die angespannte Lage im Verhältnis zur FIFA und der Umgang mit deren Präsident Gianni Infantino.

Aus Deutschland werden unter anderem DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFB-Vize Hans-Joachim Watzke erwartet, der zugleich dem UEFA-Exekutivkomitee angehört. Noch soll in Monaco kein Gegenkandidat für die FIFA-Präsidentschaftswahl am 18. März 2027 präsentiert werden. Stattdessen scheint die Linie zunächst zu sein, Infantino mit Forderungen nach mehr Transparenz und guter Amtsführung unter Druck zu setzen.

In europäischen Funktionärskreisen wird außerdem darüber gesprochen, mögliche Schwachstellen in Infantinos bisheriger Laufbahn weiter zu prüfen – auch aus seiner Zeit bei der UEFA. Klar ist: In Monaco geht es nicht nur um Spielpläne und Gegner, sondern auch um die künftige Machtverteilung im Weltfußball.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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