Bayerns Metall- und Elektroindustrie baut weiter Stellen ab
In der bayerischen Metall- und Elektroindustrie sind im ersten Halbjahr nach Branchenangaben rund 11.000 Arbeitsplätze weggefallen. Zum Stichtag Ende Juni waren damit noch etwa 836.000 Menschen in dem wichtigsten Industriezweig des Freistaats beschäftigt, teilten die Arbeitgeberverbände bayme und vbm mit.
Seit Jahresbeginn 2024 summiert sich der Stellenabbau demnach auf mehr als 35.000 Jobs. Angesichts sinkender Umsätze und einer schwachen Auftragslage rechnen die Verbände damit, dass sich diese Entwicklung in den nächsten Monaten fortsetzt. Besonders angespannt sei die Lage in der Automobilindustrie sowie bei Produzenten elektrischer Ausrüstungen.
Arbeitgeber dringen auf zurückhaltenden Tarifabschluss
Vor dem Start der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie in diesem Monat mahnen bayme und vbm zu Zurückhaltung. Sie fordern einen maßvollen Abschluss und richten zugleich einen Appell an die IG Metall. Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt erklärte, es müsse darum gehen, die aus seiner Sicht wohlstandsschädliche Deindustrialisierung zu stoppen und die Basis für eine langfristige Reindustrialisierung zu schaffen.
Produktion erneut rückläufig
Viele Betriebe der Branche kämpfen bereits seit Jahren mit schwierigen Bedingungen. Nach Angaben der Verbände ist die Produktion der bayerischen Metall- und Elektroindustrie im zweiten Quartal erneut gesunken und lag 3,4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums.
Etwas freundlicher entwickelte sich zuletzt jedoch die Stimmung in der deutschen Industrie insgesamt: Der Ifo-Geschäftsklimaindex zeigte für Juli und August nach dem Ende des ersten Halbjahres eine Aufhellung.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber