Im ersten Quartal ist die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland zurückgegangen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren rund 45,6 Millionen Menschen erwerbstätig – das sind 486.000 weniger als im Vorquartal, ein Minus von 1,1 Prozent. Selbst nach Bereinigung der üblichen saisonalen Effekte zum Jahresanfang ergibt sich noch ein Rückgang um 61.000 Personen beziehungsweise 0,1 Prozent.
Damit setzt sich die seit dem Sommer 2025 beobachtete negative Entwicklung fort. Auch im Vergleich zum Vorjahr fällt die Beschäftigung schwächer aus: Die Zahl der Erwerbstätigen lag 0,3 Prozent unter dem Niveau von 2025.
Besonders Industrie und Bau unter Druck
Vor allem im Produzierenden Gewerbe und im Baugewerbe gingen Arbeitsplätze verloren. In der Industrie sank die Beschäftigung um 2,1 Prozent, am Bau um 1,1 Prozent. In den Dienstleistungsbereichen gab es dagegen nur leichte Zuwächse: Dort stieg die Zahl der Erwerbstätigen insgesamt um 45.000 Personen oder 0,1 Prozent. Deutlich stärker legte lediglich der Bereich Öffentliche Dienstleister, Erziehung und Gesundheit zu, mit einem Plus von 181.000 Stellen beziehungsweise 1,5 Prozent.
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verringerte sich um 120.000 auf 42 Millionen. Auch die Zahl der Selbstständigen nahm ab – um 37.000 auf 3,6 Millionen, was einem Minus von 1,0 Prozent entspricht. Das gesamte Arbeitsvolumen der Wirtschaft blieb mit 15,7 Milliarden Stunden jedoch stabil. Das deutet darauf hin, dass weniger Menschen arbeiten, diese im Schnitt aber etwas mehr Stunden leisten.
Deutschland schwächer als Europa
Während die Erwerbstätigkeit in Deutschland sank, entwickelte sich der Arbeitsmarkt im europäischen Vergleich besser. Im Euroraum nahm die Beschäftigung im selben Zeitraum um 0,5 Prozent zu, in der gesamten EU sogar um 0,6 Prozent. Deutschland bleibt damit hinter dem europäischen Durchschnitt zurück.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion