Bayern

Borna-Virus in Regen: Rätselhafte Infektion

Schon wieder Borna in Bayern: Im Landkreis Regen gibt es den vierten Fall in nur drei Monaten – wie gefährlich ist das Virus?

19.05.2026, 08:00 Uhr

Erneut ist in Bayern eine Infektion mit dem Borna-Virus bekannt geworden. Im Landkreis Regen wurde eine 79-jährige Person infiziert und wird derzeit intensivmedizinisch behandelt, wie das Landratsamt mitteilte. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gilt die Feldspitzmaus als hauptsächlicher Überträger des Erregers. Solche Infektionen sind sehr selten, verlaufen jedoch meist lebensbedrohlich. Weder eine Impfung noch eine gezielte Behandlung stehen bislang zur Verfügung.

Der zuständige Amtsarzt Jürgen Dachl betonte, dass für die Bevölkerung keine erhöhte Gefahr bestehe, da das Virus nicht von Mensch zu Mensch weitergegeben werde. Wo sich die betroffene Person angesteckt hat, ist derzeit noch unklar. Neben einer möglichen Übertragung durch direkten Kontakt mit Feldspitzmäusen, etwa durch Bisse, kommt auch eine Ansteckung über virushaltige Ausscheidungen der Tiere in Betracht. Zuerst hatte der Bayerische Rundfunk über den Fall berichtet.

Bayern besonders betroffen

Deutschlandweit werden pro Jahr im Schnitt weniger als zehn Borna-Infektionen registriert, viele davon in Bayern. Bereits Anfang Mai war ein Fall in Augsburg bekannt geworden. Ende April wurden Infektionen im Raum Bad Wörishofen im Landkreis Unterallgäu sowie im März im Landkreis Erding gemeldet. Im Herbst 2025 starb im Landkreis Tirschenreuth ein Mensch an den Folgen der Krankheit. Wenige Monate zuvor waren zudem zwei Fälle im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm bekannt geworden.

Feldspitzmaus als Reservoir

Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) kommt bei der Feldspitzmaus vor. Infizierte Tiere scheiden den Erreger unter anderem über Kot, Urin, Speichel und die Haut aus, ohne selbst daran zu erkranken. In der Tiermedizin ist das Virus schon lange bekannt. Erst im Jahr 2018 wurde nachgewiesen, dass BoDV-1 auch Menschen infizieren kann und dabei meist tödlich verlaufende Gehirnentzündungen auslöst. Seit 2020 ist die Erkrankung meldepflichtig.

Vorsichtsmaßnahmen im Umgang mit Spitzmäusen

Lebende oder tote Feldspitzmäuse sollten nicht mit bloßen Händen angefasst werden. Tierkadaver sollten in einer verschlossenen Plastiktüte über den Hausmüll entsorgt werden. Bei staubaufwirbelnden Arbeiten an Orten, an denen Feldspitzmäuse vorkommen, wird empfohlen, Gummihandschuhe, eine Schutzbrille und eine Feinstaubmaske zu tragen. Anschließend sollten Betroffene duschen, ihre Kleidung waschen und möglicherweise verunreinigte Flächen gründlich reinigen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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