Fußball

Matthäus zerlegt den DFB in der Neuer-Frage

Neuer wohl wieder DFB-Nummer eins bei der WM – doch warum so spät? Genau diese Frage stellt selbst Lothar Matthäus.

19.05.2026, 07:58 Uhr

Lothar Matthäus kann sich eine Rückkehr von Manuel Neuer ins deutsche Tor bei der Fußball-WM gut vorstellen. Aus rein sportlicher Sicht sei dieser Schritt für ihn verständlich, schrieb der Rekordnationalspieler in seiner Kolumne bei Sky. Deutliche Kritik übte er jedoch an der Kommunikation des DFB. Im Umgang mit Oliver Baumann und auch gegenüber den Fans habe es aus seiner Sicht an Offenheit und Klarheit gefehlt.

Matthäus bemängelte zudem das Vorgehen von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Dieser habe zwar womöglich einen für sich passenden Weg gewählt, damit aber unnötige Debatten ausgelöst. Persönlich wolle er Nagelsmann keinen Vorwurf machen, betonte Matthäus. Vielmehr trage der gesamte DFB Verantwortung, denn dort gebe es genügend erfahrene Entscheider, um ein solches Thema frühzeitig sauber zu moderieren. Auch Nagelsmanns Auftritt im ZDF-„Sportstudio“ habe seiner Meinung nach kaum zur Aufklärung beigetragen.

Bericht: Neuer soll als Nummer eins zur WM fahren

Nach Medienberichten wird Manuel Neuer im Sommer als Stammtorhüter der deutschen Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft reisen. Wie die „Bild“ meldete, soll Nagelsmann Oliver Baumann telefonisch darüber informiert haben, dass er mit dem 40-jährigen Neuer als erster Wahl im Tor plane. Baumann, 35 Jahre alt, habe demnach zugesagt, im Fall einer Nominierung auch als Ersatzkeeper mitzufahren.

Für Matthäus kommt dieser Kurswechsel überraschend. Gerade wegen Baumanns überzeugender Auftritte in der WM-Qualifikation sei die späte Entscheidung schwer nachvollziehbar. Über Monate habe sich der DFB eindeutig hinter Baumann gestellt. Fraglich sei nun, was passiere, falls Neuer kurz vor dem Turnier oder in der Vorbereitung ausfalle. Dann würde Baumann erneut gebraucht. Neuer war am letzten Bundesliga-Spieltag gegen Köln wegen Problemen an der Wade ausgewechselt worden. Der Bayern-Keeper erklärte anschließend, er habe kein Risiko eingehen wollen.

Nagelsmann benennt den Kader am Donnerstag

Zuletzt hatte Nagelsmann eine eindeutige Aussage zu Neuer vermieden. Noch am Samstag sagte er im ZDF, dass er zunächst Gespräche mit allen betroffenen Spielern führen wolle, was zu diesem Zeitpunkt noch nicht geschehen sei. Den endgültigen 26-köpfigen Kader für die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada will der Bundestrainer am Donnerstag offiziell vorstellen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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