Peter Inselkammer neuer Präsident des BIHK
Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) hat mit Peter Inselkammer einen neuen Präsidenten. Die IHK für München und Oberbayern wählte den 56-Jährigen an ihre Spitze, womit er zugleich automatisch den Vorsitz des BIHK übernimmt.
In der Vollversammlung in München erhielt Inselkammer 86 Ja-Stimmen. Gegenstimmen gab es nicht, zwei Mitglieder enthielten sich. Er trat ohne Mitbewerber an. In seiner Vorstellungsrede hob er hervor, die täglichen Anforderungen des operativen Geschäfts aus eigener Erfahrung zu kennen. Deshalb wisse er, an welchen Stellen Unternehmen Unterstützung bräuchten, wo Kritik an Politik und Gesellschaft nötig sei und wo zugleich konkrete Vorschläge zur Verbesserung eingebracht werden müssten. Zugleich wolle er für Optimismus stehen.
Bereits seit Januar hatte Inselkammer das Amt des Präsidenten der IHK für München und Oberbayern kommissarisch ausgeübt, nachdem Klaus Josef Lutz zurückgetreten war. Mit der offiziellen Wahl übernimmt er nun auch satzungsgemäß die Führung des BIHK. Inselkammer ist verheiratet und hat nach eigenen Angaben vier Kinder sowie einen Dackel.
Bekannt als Sprecher der Wiesnwirte
Inselkammer ist seit 2017 Sprecher der Wiesnwirte und gehört seit 2021 dem Präsidium der IHK an. Zu seinem Unternehmen zählen neben einem Festzelt auf dem Oktoberfest auch Hotels und Gastronomiebetriebe. Er gilt als politisch gut vernetzt, diplomatisch und eher zurückhaltend. Im Unterschied zu einigen früheren Wiesnwirte-Sprechern sucht er nicht bewusst die große Bühne.
Mit seinem Amtsantritt könnte sich auch der Stil beim BIHK verändern. Sein Vorgänger Lutz hatte sich häufig sehr klar und kritisch öffentlich geäußert. Lutz, früher Chef des inzwischen angeschlagenen Agrar- und Handelskonzerns Baywa, war im Januar zurückgetreten. Zuvor war bekannt geworden, dass die Münchner Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit der Krise des Unternehmens wegen des Verdachts der Untreue gegen ihn ermittelt.
Lutz stand von 2008 bis 2023 an der Spitze der Baywa. Im Sommer 2024 geriet der Konzern in eine schwere Krise und zählt seitdem zu den größten Sanierungsfällen in Deutschland. Als wesentlicher Grund gelten die hohen Zinslasten aus Krediten, die im Zuge der von Lutz vorangetriebenen internationalen Expansion in den 2010er Jahren aufgenommen worden waren.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber