Wirtschaft

Griechenland geht gegen Touristenflut vor

Griechenland greift hart durch: Neue Tourismus-Regeln sollen Strände retten und den Hotel-Wildwuchs stoppen.

11.05.2026, 16:40 Uhr

Griechenland will den starken Andrang von Urlaubern auf vielen Inseln und in stark besuchten Feriengebieten künftig deutlicher begrenzen. Gleichzeitig sollen Umwelt, Küsten und Landschaft besser bewahrt werden. Die Regierung präsentierte dazu in Athen neue Vorgaben für Tourismus und Hotelbau.

Grund für die Maßnahmen sind die weiter steigenden Besucherzahlen. Nach Daten der griechischen Zentralbank reisten 2025 knapp 38 Millionen Menschen ins Land – ein neuer Höchststand. Vor allem auf Inseln wie Santorini und Mykonos stößt der Tourismus in der Hauptsaison vielerorts an seine Grenzen. Anwohner berichten seit Jahren von Staus, Wasserknappheit, teuren Mieten und einer überforderten Infrastruktur.

Schärfere Auflagen für besonders gefragte Reiseziele

Tourismusministerin Olga Kefalogianni sagte, Griechenland wolle auf ein nachhaltigeres Tourismusmodell umstellen, das Strände, Umwelt und öffentliche Infrastruktur weniger belastet. Dafür sollen Regionen je nach touristischem Druck neu eingestuft werden.

Für bekannte Urlaubsinseln wie Rhodos, Kos, Santorini und Mykonos gelten künftig strengere Vorschriften beim Bauen. In Inselgebieten mit besonders hoher Belastung dürfen neue Hotels demnach nur noch maximal 100 Betten haben.

Auch für Neubauten außerhalb ausgewiesener Bauzonen werden die Regeln verschärft. Hotels sollen dort nur noch auf großen Flächen errichtet werden dürfen. Je nach Lage sind dafür Grundstücke von mindestens acht bis 16 Hektar vorgesehen. Damit will die Regierung verhindern, dass die Bebauung ungeordnet in Natur- und Landschaftsräume vordringt.

Küsten und Natur sollen stärker geschützt werden

Zusätzlich plant die Regierung einen besseren Schutz der Küsten. In einem Streifen von bis zu 25 Metern entlang des Meeres sollen grundsätzlich keine neuen Gebäude mehr erlaubt sein. Ausnahmen soll es nur geben, wenn Zugänge oder Rettungswege notwendig sind.

Umweltminister Stavros Papastavrou bezeichnete die neuen Vorgaben als „historische Reform“. Der Ministerialerlass soll nach Regierungsangaben Ende Juni in Kraft treten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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