Plädoyers im Regensburger Prozess nach Axtangriff in ICE erwartet
Vor dem Landgericht Regensburg werden heute ab 9.00 Uhr die Schlussvorträge im Verfahren um einen Axtangriff in einem ICE erwartet. Die Staatsanwaltschaft legt dem mutmaßlichen Angreifer versuchten Totschlag sowie gefährliche Körperverletzung zur Last. Mit einem Urteil wird möglicherweise am 20. Juli gerechnet.
Nach Auffassung der Ermittler soll der Angeklagte, ein 21-jähriger Syrer, am 3. Juli 2025 in dem Zug mehrere Fahrgäste mit einer Axt attackiert haben. Ein Reisender, der gerade einen Notruf absetzen wollte, erlitt dabei schwere Verletzungen am Kopf. Auch eine Frau wurde schwer verletzt, als sie sich schützend vor ihren Sohn stellte. Gemeinsam mit weiteren Passagieren gelang es ihnen schließlich, den Angreifer zu überwältigen. Dabei wurde auch dieser schwer verletzt. Zum Auftakt des Prozesses hatten die Betroffenen geschildert, wie stark sie die Tat zum Teil noch immer belastet.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte wegen einer psychischen Erkrankung nicht schuldfähig ist und weiterhin eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt. Deshalb beantragte sie seine unbefristete Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik. Der ICE war nach dem Angriff bei Straßkirchen im Landkreis Straubing-Bogen zum Stillstand gekommen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber