Iran

Schock in Iran: Chamenei beerdigt

Tagelange Trauer um Irans getöteten Führer – doch was jetzt folgt, könnte das Land in eine brandgefährliche Zukunft stürzen.

10.07.2026, 00:15 Uhr

Mehr als vier Monate nach seinem Tod ist der frühere iranische oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei beigesetzt worden. Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer iranischer Medien fand die Beerdigung im Imam-Resa-Heiligtum in seiner Heimatstadt Maschhad im Nordosten des Landes statt. Die Zeremonie erfolgte unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Trauerfeiern dauern bereits seit etwa einer Woche an.

Chamenei war dem Bericht zufolge am 28. Februar bei einem israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Teheran ums Leben gekommen. Danach lieferten sich die USA und Israel über mehr als fünf Wochen einen Krieg mit dem Iran, ehe Anfang April eine Feuerpause vereinbart wurde. Trotz Waffenruhe und eines Grundsatzabkommens zur Beendigung des Konflikts kam es auch anschließend wiederholt zu Angriffen beider Seiten. Zum neuen Staatsoberhaupt wurde Chameneis Sohn Modschtaba bestimmt, der sich seitdem jedoch nicht öffentlich gezeigt hat.

Chamenei führte den Iran bis zuletzt mit harter Hand

An den mehrtägigen Trauerveranstaltungen beteiligten sich nach offiziellen Angaben Millionen Menschen. Als oberster Führer hatte Chamenei in der Islamischen Republik in allen wesentlichen politischen Fragen das letzte Wort. Zugleich galt der schiitische Ajatollah als höchste religiöse Instanz des Staates. Über viele Jahre hinweg schien seine Stellung unangreifbar.

Seine Anhänger sehen in ihm einen Märtyrer, der aus ihrer Sicht im Kampf gegen einen militärisch überlegenen Gegner gefallen ist. Gleichzeitig dürfte ein erheblicher Teil der rund 86 Millionen Einwohner der offiziellen Staatstrauer eher gleichgültig oder kritisch gegenüberstehen. Innenpolitisch war Chameneis Herrschaft von Kontrolle und Repression geprägt, Widerspruch wurde kaum geduldet. Bei den jüngsten Protesten war immer wieder der Ruf „Tod dem Diktator“ zu hören.

Unter seiner Führung stiegen die Revolutionsgarden zur wichtigsten militärischen Kraft des Landes auf. Nach seinem Tod ordnet sich das Machtgefüge nun neu. Inzwischen haben vor allem Vertreter der einflussreichen Garden zentrale politische Ämter übernommen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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