Wirtschaft

Games-Aufstand? Jetzt will Brüssel mit der Branche reden

1,3 Millionen Gamer machen Druck: Jetzt muss die EU ran – und es geht um die brisante Frage, wann Spiele einfach sterben dürfen.

16.06.2026, 16:41 Uhr

EU-Kommission lehnt Pflicht zur dauerhaften Spielbarkeit von Videospielen ab

Die Europäische Kommission will den Forderungen einer Bürgerinitiative nicht per Gesetz nachkommen, wonach einmal gekaufte Videospiele dauerhaft spielbar bleiben müssen. Stattdessen plant die Behörde in Brüssel Gespräche mit der Games-Industrie und Verbraucherschützern. Ziel ist ein gemeinsamer Verhaltenskodex für den Umgang mit dem „Lebensende“ von Videospielen.

Die Initiative hatte verlangt, dass Publisher ihre Spiele auch dann funktionsfähig halten müssen, wenn der kommerzielle Betrieb endet. Anlass ist die gängige Praxis, Server abzuschalten, auf die viele aktuelle Titel angewiesen sind. In der Folge lassen sich manche Spiele nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr nutzen. Innerhalb eines Jahres kamen für das Anliegen fast 1,3 Millionen Unterschriften zusammen.

Kommission verweist auf geltendes Recht

Zur Begründung ihrer Absage erklärte die EU-Kommission unter anderem, dass bestehende Urheberrechtsregeln in der EU den Rechteinhabern erlauben, selbst über die Nutzungsbedingungen ihrer Werke zu entscheiden.

Außerdem sieht Brüssel im geltenden Verbraucherrecht bereits wichtige Schutzmechanismen. Anbieter müssten Kunden etwa über Vertragslaufzeiten und Kündigungsbedingungen informieren und gegebenenfalls auch Ausgleichszahlungen leisten.

Kritik aus dem Europaparlament

Scharfe Kritik kam vom SPD-Europaabgeordneten Tiemo Wölken. Aus seiner Sicht begnügt sich die Kommission mit „bedeutungsloser Symbolpolitik“, anstatt echte Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Er forderte einen konkreten Gesetzesvorschlag. Wer für ein Videospiel bezahle, dürfe am Ende nicht mit einem „digitalen Totalschaden“ dastehen, nur weil ein Unternehmen entscheide, den Betrieb einzustellen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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