AfD vergrößert in Umfragen ihren Abstand zur Union
Die AfD liegt in aktuellen Meinungsumfragen weiter klar vor der Union und kann ihren Vorsprung teils sogar noch ausbauen. Nach einer Erhebung von YouGov gewinnt die Partei einen Punkt hinzu und kommt nun auf 29 Prozent. Die CDU/CSU verliert gegenüber der vorherigen Befragung zwei Punkte und fällt auf 20 Prozent. Laut Institut ist der Abstand zwischen beiden Parteien damit so groß wie nie zuvor.
Auch im RTL/ntv-Trendbarometer, das von Forsa erstellt wurde, gibt die Union nach und sinkt um einen Punkt auf 21 Prozent. Die AfD bleibt dort mit 27 Prozent unverändert stärkste Kraft.
Auf dem dritten Platz folgen weiterhin die Grünen mit 14 Prozent bei YouGov beziehungsweise 15 Prozent im RTL/ntv-Trendbarometer. Dahinter liegen SPD und Linke: Die SPD erreicht in beiden Umfragen 12 Prozent, die Linke 12 beziehungsweise 11 Prozent. Die FDP kommt jeweils auf 5 Prozent. Das BSW bleibt mit 4 beziehungsweise 3 Prozent unter der Fünf-Prozent-Marke.
Auch andere Institute sehen die AfD vorn
Der Vorsprung der AfD zeigt sich auch bei weiteren Meinungsforschern. In den Erhebungen von Insa liegt sie seit mehreren Wochen bei 29 Prozent. Die Union kam dort in einer am Wochenende für die „Bild am Sonntag“ veröffentlichten Umfrage auf 22 Prozent. Etwas knapper fiel der Abstand Anfang Juni im ZDF-„Politbarometer“ der Forschungsgruppe Wahlen aus: Dort lag die AfD mit 27 Prozent vor der Union mit 25 Prozent.
Umfragen sind grundsätzlich mit Unsicherheiten verbunden. Schwächere Parteibindungen und kurzfristigere Wahlentscheidungen erschweren die Auswertung der Daten. Zudem geben Befragungen immer nur die Stimmung zum Zeitpunkt der Erhebung wieder und erlauben keine sichere Vorhersage des Wahlausgangs. Die nächste reguläre Bundestagswahl ist für 2029 vorgesehen.
Kanzler Merz bleibt schwach bewertet
Die Zustimmung zur Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) verharrt in der Forsa-Umfrage auf einem sehr niedrigen Stand. Nur 14 Prozent der Befragten zeigen sich mit seiner bisherigen Amtsführung zufrieden, 85 Prozent äußern Unzufriedenheit.
Auch der Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung bleibt überwiegend pessimistisch. Nur noch 11 Prozent erwarten, dass sich die wirtschaftlichen Bedingungen in den kommenden Jahren verbessern werden – das sind zwei Punkte weniger als in der Vorwoche. 65 Prozent rechnen dagegen weiterhin mit einer Verschlechterung.
Angaben zu den Erhebungen
Nach Angaben der Institute sind die Ergebnisse repräsentativ. YouGov befragte vom 12. bis 15. Juni insgesamt 2.154 Personen, von denen 1.793 eine Wahlabsicht angaben. Die angegebene statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 1,01 Prozentpunkten für einen Wert von 5 Prozent und bei +/- 2,31 Punkten für einen Wert von 50 Prozent.
Forsa befragte im Auftrag von RTL Deutschland vom 9. bis 15. Juni 2.500 Personen. Hier wird eine statistische Fehlertoleranz von +/- 2,5 Prozentpunkten genannt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion