Wirtschaft

Finanzministerium: KI wird zur Cyberwaffe

Finanzministerium warnt: Neue KI findet Lücken – und macht Hacker gefährlicher. Droht jetzt ein Risiko für unsere Finanzwelt?

11.05.2026, 13:50 Uhr

Bundesfinanzministerium warnt vor neuen KI-Risiken für Cybersicherheit und Finanzsystem

Das Bundesfinanzministerium sieht in neu entwickelten KI-Systemen ein erhebliches Gefahrenpotenzial. Gegenüber dem Handelsblatt erklärte eine Sprecherin, Modelle wie Claude Mythos würden die Bedrohung im Cyberraum weiter verschärfen und könnten dadurch auch die Stabilität des Finanzsektors beeinträchtigen.

KI-System sucht Schwachstellen und liefert Angriffsmöglichkeiten

Hintergrund der Warnungen ist die Software Claude Mythos des US-Unternehmens Anthropic. Das Programm ist darauf ausgelegt, Betriebssysteme, Browser und andere Anwendungen vollautomatisch auf Fehler und Sicherheitslücken zu untersuchen. Brisant ist dabei nicht nur das Auffinden der Schwachstellen: Die Technologie kann nach Darstellung des Berichts zugleich Hinweise oder Werkzeuge liefern, mit denen solche Lücken ausgenutzt werden könnten.

Anthropic zufolge wurden mit dem System bereits Tausende kritische Sicherheitsprobleme entdeckt. Der Zugang ist derzeit stark begrenzt. Nur ausgewählte Einrichtungen dürfen die Software nutzen, damit sie gefundene Schwachstellen in ihren Systemen beheben können.

Sollte ein solches Werkzeug in falsche Hände geraten, könnte es als gefährliche Cyberwaffe eingesetzt werden. Zugleich könnte es den USA Vorteile verschaffen, indem eigene Systeme besser abgesichert und mögliche Angriffspunkte in ausländischer Software für nachrichtendienstliche Zwecke genutzt werden.

Nach Angaben des Ministeriums wird die Entwicklung sehr aufmerksam verfolgt. Zudem stehe man in engem Kontakt mit der Finanzaufsicht und mit europäischen Partnern. Da in naher Zukunft weitere KI-Modelle mit vergleichbaren Fähigkeiten erwartet werden, drängt das Haus Finanzunternehmen dazu, frühzeitig wirksame Maßnahmen zur Cybersicherheit zu treffen.

BSI spricht von einer neuen Phase der Cybersicherheit

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zeigt sich alarmiert. BSI-Präsidentin Claudia Plattner warnt, dass der Zeitraum zwischen dem Bekanntwerden einer Schwachstelle und einem tatsächlichen Angriff durch solche KI-Werkzeuge deutlich schrumpfen könne. Unternehmen und Behörden müssten sich deshalb auf eine wachsende Zahl entdeckter Sicherheitslücken und auf entsprechend mehr notwendige Software-Aktualisierungen einstellen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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