Haus & Grund fordert steuerliche Anreize für mehr Wohnungsbau
Der Präsident des Eigentümerverbands Haus & Grund, Kai Warnecke, hat die Bundesregierung zu einer Neuausrichtung beim Wohnungsneubau aufgerufen. Zum Zentralverbandstag in Saarbrücken sagte er, der Staat solle sich nicht weiter ausdehnen, sondern Menschen besser dabei unterstützen, selbst dringend benötigten Wohnraum zu schaffen.
Der Verband legte dazu mehrere Vorschläge vor. Im Mittelpunkt stehen steuerliche Entlastungen für Bürgerinnen und Bürger, die erstmals Wohneigentum erwerben oder Wohnraum vermieten. Wer eine Immobilie kauft und anschließend selbst einzieht, soll nach dem Willen von Haus & Grund keine Grunderwerbsteuer zahlen müssen. Diese liegt je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Kaufpreises und stellt laut Verband für viele Käuferinnen und Käufer eine erhebliche finanzielle Belastung dar.
Auch für Menschen, die erstmals eine Immobilie vermieten, schlägt der Verband Erleichterungen vor. So solle ein Teil der Grunderwerbsteuer entfallen. Darüber hinaus fordert Haus & Grund, die ersten 6.000 Euro an jährlichen Mieteinnahmen steuerfrei zu stellen.
Unterstützung für Jüngere und bei Sanierungen
Nach Einschätzung des Verbands wünschen sich viele Mieterinnen und Mieter Wohneigentum. Zudem spiele Eigentum eine wichtige Rolle für die private Altersvorsorge. Gleichzeitig gehe aber gerade bei den 25- bis 45-Jährigen der Anteil der Menschen zurück, die in den eigenen vier Wänden leben.
Deshalb schlägt Haus & Grund für unter 35-Jährige einen zweckgebundenen Bonus vor, der bei den Erwerbsnebenkosten helfen soll. Zusätzlich wirbt der Verband für finanzielle Entlastungen bei Sanierungen.
Warnecke kritisierte außerdem die Idee, den Neubau vor allem institutionellen Akteuren zu überlassen. Auch die geplante Bundesbaugesellschaft werde das Problem aus seiner Sicht nicht lösen. Deutschland brauche nicht nur mehr Wohnungen, sondern auch mehr private Eigentümerinnen und Eigentümer. Eigentum stärke die Unabhängigkeit und biete Sicherheit in unsicheren Zeiten. Deshalb müsse die Bundesregierung Hürden senken und stärkere Anreize für Neubau und Altersvorsorge setzen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion