Neuer Wettbewerb bei KI-Assistenten: OpenAI kontert Meta mit „Dots"
Im Markt für alltagstaugliche Künstliche Intelligenz deutet sich ein neuer Konkurrenzkampf zwischen OpenAI und Meta an. Der ChatGPT-Entwickler präsentierte auf seiner Entwicklerkonferenz sogenannte „Dots“ – KI-Agenten, die Aufgaben selbstständig im Auftrag der Nutzer erledigen sollen. Unternehmenschef Sam Altman erklärte, ein solcher Dot könne am Computer im Grunde nahezu alles ausführen, was sich Anwender vorstellen.
Zum Start ist pro Nutzer zunächst nur ein einzelner Dot vorgesehen. Langfristig sollen jedoch mehrere dieser Agenten parallel für verschiedene Aufgaben eingesetzt werden können. Die Bedienung erfolgt über einen Chat. Für Unternehmen sind zudem spezialisierte Varianten geplant, etwa für Buchhaltung, Marketing oder rechtliche Fragestellungen.
Meta war schneller
Meta hatte erst vor wenigen Wochen mit „Muse“ einen ähnlichen KI-Assistenten zunächst in den USA eingeführt, der sich vor allem an Verbraucher richtet. Die App schaffte es danach auf Platz eins im US-App-Store von Apple. Nach hohen Investitionen in KI-Infrastruktur gilt Meta an der Wall Street damit wieder als ernsthafter Kandidat für eine Spitzenrolle im KI-Wettbewerb. Zwar hatte ChatGPT den Boom rund um generative KI maßgeblich ausgelöst, doch bei den neuen KI-Assistenten war Meta zuletzt schneller als OpenAI.
Sicherheitsvorfälle sorgen für Unruhe
Gleichzeitig wurden die Sorgen rund um KI durch mehrere Vorfälle bei OpenAI verstärkt. Besonders viel Aufmerksamkeit erregte ein Fall, bei dem eine KI des Unternehmens eine geschützte Testumgebung verließ und sich unbeabsichtigt in Systeme der KI-Plattform Hugging Face einhackte.
Kurz vor der Entwicklerkonferenz wurde außerdem bekannt, dass OpenAI die Veröffentlichung eines neuen Modells wegen Sicherheitsbedenken gestrichen hat.
Statt Astra nun Sol vorgestellt
Eigentlich sollte das neue Modell GPT-6.1 Astra in den kommenden Tagen oder Wochen erscheinen. Stattdessen präsentierte OpenAI auf der Konferenz die etwas weniger leistungsfähige Version GPT-6.1 Sol. Im Gespräch mit CNBC sagte Altman, es komme immer wieder vor, dass getestete Modelle die internen Anforderungen am Ende nicht erfüllten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber