Wirtschaft

Dax-Bosse kassieren 42-mal mehr als ihre Mitarbeiter

Dax-Bosse kassieren im Schnitt 3,9 Millionen – zwei knacken 10 Millionen. Doch was Top-Manager im Ausland verdienen, toppt alles.

13.08.2026, 10:30 Uhr

Dax-Vorstände verdienen 2025 erneut mehr

Die Spitzenmanager der 40 Dax-Unternehmen haben im Jahr 2025 im Schnitt erneut höhere Vergütungen erhalten als im Vorjahr. Nach einer jährlichen Untersuchung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und der Technischen Universität München lag die durchschnittliche Bezahlung bei gut 3,9 Millionen Euro pro Vorstandsmitglied. Das entspricht dem 42-Fachen des Einkommens eines durchschnittlichen Beschäftigten. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Bezüge um vier Prozent. Ein großer Teil entfällt dabei auf erfolgsabhängige Boni, die oft erst zeitversetzt ausgezahlt werden.

Besonders groß war das Gehaltsgefälle bei Adidas: Dort verdiente die Vorstandsriege das 106-Fache eines durchschnittlichen Mitarbeiters. Auch bei Volkswagen mit dem 75-Fachen und bei Fresenius mit dem 70-Fachen lag die Vergütung des Vorstands deutlich über den durchschnittlichen Personalaufwendungen je Beschäftigtem.

«Schallmauer» von zehn Millionen Euro in zwei Fällen durchbrochen

Für die Vorstandsvorsitzenden der Dax-Konzerne errechnete die Analyse im Durchschnitt eine Gesamtvergütung von rund 6,14 Millionen Euro. Die Marke von 10 Millionen Euro wurde dabei in zwei Fällen überschritten. DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler sprach von einer «magischen Schallmauer von 10 Millionen Euro», die aus Sicht der Aktionärsschützer gesellschaftlich und auch innerhalb der Unternehmen noch vertretbar sei.

Betroffen sind SAP-Chef Christian Klein und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing. Klein kam demnach auf rund 10,9 Millionen Euro, wobei fast 86 Prozent aus variablen Vergütungsbestandteilen bestanden. Sewing erhielt rund 10,5 Millionen Euro, davon etwa 64 Prozent in Form kurz- und langfristiger, vom Unternehmenserfolg abhängiger Boni.

International fallen die Summen teils deutlich höher aus

Im Vergleich mit anderen großen Börsenindizes wirken die Dax-Gehälter allerdings weiterhin eher moderat. Die Vorstandschefs der Unternehmen im Euro Stoxx 50 kamen 2025 ohne die dort enthaltenen deutschen Konzerne im Durchschnitt auf 9,5 Millionen Euro. Noch deutlich höher lag das Niveau in den USA: Die CEOs der 30 Unternehmen im Dow Jones Industrial Average verdienten im Mittel 30,5 Millionen Euro.

Angeführt wird das DJIA-Ranking von David M. Solomon von Goldman Sachs mit einer Gesamtvergütung von umgerechnet 105,3 Millionen Euro. Davon entfielen 93,3 Millionen Euro auf langfristige variable Bestandteile. Dahinter folgen Satya Nadella von Microsoft mit 85,5 Millionen Euro und Apple-Chef Tim Cook mit 65,8 Millionen Euro.

Nach der Auswertung verdienten 28 der 30 DJIA-Chefs im vergangenen Jahr mehr als der bestbezahlte Dax-Vorstandsvorsitzende Christian Klein. Im Euro Stoxx 50 liegt der SAP-Chef auf Rang sechs. Spitzenverdiener in diesem Index ist Michel Doukeris vom Brauereikonzern AB InBev mit einer Gesamtvergütung von 63,9 Millionen Euro.

DSW: Vergütung soll nachhaltigen Erfolg belohnen

Aus Sicht der Aktionärsschützer kann eine hohe Vorstandsvergütung gerechtfertigt sein, wenn sie auf außergewöhnlicher Wertschaffung beruht. Tüngler betonte zudem, Deutschland bewege sich bei Managergehältern nicht auf einer Insel: Die Konzerne müssten sich auch bei der Vergütung dem internationalen Wettbewerb stellen.

Positiv bewertet die DSW, dass langfristig angelegte variable Vergütungsbestandteile im Dax zunehmend an Bedeutung gewinnen. Entscheidend sei, dass Vergütungssysteme nicht kurzfristige Quartalsergebnisse belohnen, sondern dauerhaften und nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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