Wirtschaft

Dürre-Schock: Ernte schrumpft drastisch

Mähdrescher rollen überall – doch die Dürre könnte die Ernte viel härter treffen, als viele ahnen.

13.08.2026, 10:00 Uhr

Dürre schmälert Ernte deutlich

Die anhaltende Trockenheit in vielen Regionen Deutschlands setzt der diesjährigen Ernte nach Einschätzung der Branche stark zu. Seit dem Beginn der Dürre Mitte Juni seien etwa drei Millionen Tonnen Getreide und Raps verloren gegangen, erklärte der Deutsche Raiffeisenverband in Berlin. Für die Landwirtschaft bedeute das Erlöseinbußen von rund 600 Millionen Euro.

Der Verband, der 1.600 genossenschaftliche Unternehmen aus Agrarhandel und Verarbeitung vertritt, rechnet insgesamt mit einer Getreideernte von 40,6 Millionen Tonnen. Im Jahr 2025 waren es noch 45 Millionen Tonnen. Nach Angaben von Experte Guido Seedler habe das günstige Wetter im Frühjahr noch größere Ausfälle verhindert. Insgesamt falle die Ernte damit zwar ausreichend, aber klar unterdurchschnittlich aus. Gerade für landwirtschaftliche Betriebe, die bereits unter stark gestiegenen Kosten leiden, seien die Verluste kurz vor Abschluss der Saison besonders schmerzhaft.

Kaum Einfluss auf Brotpreise

Mit höheren Verbraucherpreisen für Brot oder Brötchen infolge der schwächeren Ernte rechnet der Verband derzeit nicht. Seedler verwies darauf, dass der Getreideanteil am Verkaufspreis von Backwaren nur wenige Cent ausmache. Maßgeblich für die Preise seien vielmehr Ausgaben für Energie, Personal und bürokratische Auflagen.

Sorgen bereiten der Branche außerdem die niedrigen Wasserstände auf mehreren Flüssen. Da Binnenschiffe auch Getreide transportieren, sei eine funktionierende Logistik von zentraler Bedeutung. Bei der Einlagerung der Ernte sieht der Raiffeisenverband dank ausreichender Kapazitäten momentan keine unmittelbaren Engpässe. Schwieriger könne es jedoch beim Weitertransport, bei der Versorgung mit Futtermitteln sowie bei Düngemittellieferungen werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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