Sixt wächst im ersten Halbjahr weiter – hohe Spritpreise bremsen kaum
Der Autovermieter Sixt setzt seinen Wachstumskurs trotz anhaltender Krisen und hoher Spritpreise fort. In den ersten sechs Monaten erzielte das Unternehmen aus Pullach bei München einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von gut neun Prozent und zugleich dem besten ersten Halbjahr der Firmengeschichte.
Auch beim Gewinn legte Sixt deutlich zu: Nach Steuern verdiente der Konzern 84,5 Millionen Euro und damit 28 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Erstmals übersprang das Unternehmen in einem ersten Halbjahr die Marke von zwei Milliarden Euro Umsatz. Für Autovermieter gelten die ersten sechs Monate üblicherweise als schwächer, da ein großer Teil der Reisesaison in die zweite Jahreshälfte fällt.
Für das Gesamtjahr 2026 peilt Sixt einen Umsatz zwischen 4,45 und 4,6 Milliarden Euro an. Etwa zehn Prozent davon sollen als Gewinn vor Steuern verbleiben. Der durchschnittliche Fahrzeugbestand wuchs auf knapp 200.000 Autos, nach 183.000 im Vorjahr.
Hohe Spritpreise zeigen bislang kaum Wirkung
Die zuletzt außergewöhnlich hohen Kraftstoffpreise haben Sixt nach Angaben des Unternehmens bislang nur wenig belastet. Finanzchef Franz Weinberger zufolge sind zwar die Kosten für interne Transporte leicht gestiegen. Die Tankkosten für Mietfahrten trügen jedoch die Kunden.
Eine spürbare Änderung im Reiseverhalten beobachtet Sixt bisher nicht. Auch ein Ausweichen der Kunden auf kleinere Fahrzeugklassen wegen höherer Spritkosten sei nicht erkennbar. Elektroautos spielten in der Kurzzeitmiete weiterhin keine größere Rolle. Als Grund nennt das Unternehmen vor allem die noch unzureichende Ladeinfrastruktur.
Schwächeres Nahost-Geschäft fällt kaum ins Gewicht
Auch der Rückgang des Tourismus im Nahen Osten infolge des Iran-Kriegs trifft Sixt nur begrenzt. Das Geschäft in Märkten wie Saudi-Arabien oder Dubai sei zwar deutlich zurückgegangen, laufe dort aber über Franchisenehmer. Deren Gebühren haben für den Konzern nach Unternehmensangaben nur vergleichsweise geringe Bedeutung.
Zugleich profitiert Sixt von einer stärkeren Reisetätigkeit in Teilen Europas, die Rückgänge in der Region teilweise ausgleicht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber