Wirtschaft

China-Schock: BMW rutscht ins Minus

China zieht BMW brutal runter – doch ausgerechnet ein US-Werk und ein neues Modell retten die Münchner vor Schlimmerem

13.10.2026, 11:00 Uhr

BMW spürt Schwäche in China deutlich bei den Auslieferungen

Der Einbruch des Automarkts in China belastet die Verkaufszahlen von BMW. Zwar setzte der Münchner Autobauer im dritten Quartal in Europa und den USA mehr Fahrzeuge ab als ein Jahr zuvor, konzernweit gingen die Auslieferungen jedoch um 6,3 Prozent auf 551.072 Einheiten zurück.

Im Vergleich zur deutschen Konkurrenz fällt das Minus allerdings moderat aus: Andere Hersteller meldeten zuletzt Rückgänge von etwas mehr als 8 bis fast 20 Prozent.

China bremst das Gesamtgeschäft

Ausschlaggebend für die schwächere Entwicklung ist vor allem der chinesische Markt. Dort stehen alle deutschen Autobauer unter Druck, weil ein harter Preiskampf auf eine insgesamt sinkende Nachfrage trifft. Auch BMW bleibt davon nicht verschont: Die Verkäufe in China brachen um 24,8 Prozent auf 114.355 Fahrzeuge ein.

Europa profitiert von E-Auto-Nachfrage

In Europa entwickelte sich das Geschäft dagegen positiv. BMW profitiert hier insbesondere von der hohen Nachfrage nach Elektroautos, darunter auch der iX3 als erstes Modell der Neuen Klasse. Vertriebsvorstand Jochen Goller sieht in dem Fahrzeug einen wichtigen Wachstumstreiber.

Über alle Antriebsarten hinweg legte der Absatz in Europa um 2,7 Prozent auf 235.628 Autos zu. Besonders stark war das Plus bei rein batterieelektrischen Fahrzeugen: Hier stiegen die Verkäufe um 37,5 Prozent auf 81.941 Einheiten. Europa ist damit der mit Abstand wichtigste Markt für BMWs Elektroautos, denn weltweit wurden insgesamt 110.257 BEVs ausgeliefert.

USA nähern sich China an

Auch in den Vereinigten Staaten konnte BMW zulegen. Ein Vorteil ist dabei das Werk in Spartanburg, durch das etwa die Hälfte der in den USA verkauften Fahrzeuge nicht von hohen Importzöllen betroffen ist. Insgesamt stieg der Absatz dort um 2,5 Prozent auf 106.741 Fahrzeuge.

Setzt sich die gegensätzliche Entwicklung in China und den USA fort, könnten beide Märkte in absehbarer Zeit ihre Plätze tauschen und hinter Europa auf Rang zwei und drei landen.

Rückgänge bei allen Marken

Beim Blick auf die einzelnen Marken zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Kernmarke BMW verzeichnete ein Minus von 6,8 Prozent. Mini kam auf einen Rückgang von 2,4 Prozent auf 70.712 Fahrzeuge. Noch deutlicher fiel das Minus bei Rolls-Royce aus, wo die Auslieferungen um 18 Prozent auf gut 1.069 Autos sanken.

Nach den ersten neun Monaten des Jahres summieren sich die weltweiten Auslieferungen des Konzerns auf 1,7 Millionen Fahrzeuge. Das entspricht einem Rückgang von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Goller zog dennoch ein insgesamt solides Fazit: In dem weltweit schwierigen Marktumfeld habe sich BMW in Europa und den USA gut behauptet. Zudem zeigten die weiterhin hohen Bestelleingänge bei vollelektrischen Modellen, dass der eingeschlagene Kurs richtig sei.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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