Wirtschaft

Bundesbank warnt: Öl-Schock würgt Wirtschaft ab

Neue Alarmprognose der Bundesbank: Der Iran-Krieg bremst Deutschland aus – jetzt drohen auch mehr Inflation und Jobprobleme.

12.06.2026, 11:09 Uhr

Bundesbank senkt Wachstumsprognose für Deutschland

Die Bundesbank blickt wegen der Folgen des Kriegs mit dem Iran skeptischer auf die deutsche Wirtschaft. Für das laufende Jahr erwartet sie nur noch ein kalenderbereinigtes Wachstum von 0,5 Prozent. Damit fällt ihre Einschätzung noch etwas verhaltener aus als zuletzt im Dezember. Damals war für 2026 noch ein Plus von 0,6 Prozent beim realen Bruttoinlandsprodukt vorhergesagt worden.

Nach Einschätzung der Notenbank belasten vor allem die deutlich gestiegenen Energiepreise die Wirtschaft. Sie schwächen die Kaufkraft der Verbraucher und bremsen damit den privaten Konsum. Zugleich sorgt der Energiepreisschub für mehr Inflation. Hinzu kommen Probleme in den Lieferketten, die viele Unternehmen zusätzlich unter Druck setzen.

Erholung erst nach schwachem Sommer erwartet

Die Bundesbank geht davon aus, dass sich die Konjunktur erst nach den schwachen Sommermonaten langsam stabilisieren dürfte. Für das kommende Jahr rechnet sie mit einem Wachstum von 0,8 Prozent, 2028 könnte die Wirtschaftsleistung dann um 1,4 Prozent zulegen. Allerdings bleiben Belastungsfaktoren wie Fachkräftemangel sowie hohe Arbeits- und Energiekosten bestehen.

Immer mehr Institute werden vorsichtiger

Mit ihrer gesenkten Prognose steht die Bundesbank nicht allein da. Auch die Bundesregierung und die sogenannten Wirtschaftsweisen erwarten für dieses Jahr lediglich ein Wachstum von 0,5 Prozent. Bereits 2025 war die deutsche Wirtschaft mit einem minimalen Plus von 0,2 Prozent nur knapp einem dritten Jahr ohne Wachstum entgangen.

Privater Konsum
Je höher die Teuerungsrate, umso weniger können sich die Menschen für einen Euro leisten. (Symbolbild) Quelle: Sebastian Kahnert/dpa

Energie verteuert, Inflation steigt

Die höheren Preise für Öl und Gas schlagen nach Einschätzung der Bundesbank auch auf die Inflation durch. Für dieses Jahr erwartet sie eine nach europäischen Standards berechnete Teuerungsrate (HVPI) von 2,9 Prozent. 2027 soll sie leicht auf 2,7 Prozent zurückgehen, bevor sie 2028 deutlicher auf 1,9 Prozent sinkt.

Auch der Arbeitsmarkt bleibt nicht verschont

Die Notenbank rechnet zudem mit Folgen für die Beschäftigung. Im laufenden Jahr dürfte die Zahl der Jobs zunächst leicht zurückgehen. Ab der Mitte des kommenden Jahres könnte sich der Arbeitsmarkt dann wieder spürbarer erholen. Ein Abrutschen der Wirtschaft in die Schrumpfung werde laut Bundesbank vor allem durch höhere staatliche Ausgaben verhindert, etwa durch Investitionen in Infrastruktur aus milliardenschweren Sondervermögen.

Druck auf die Bundesregierung wächst

Angesichts der schwachen Wirtschaftslage nimmt der Handlungsdruck auf die Bundesregierung weiter zu. Bis zur parlamentarischen Sommerpause im Juli will sie ein Reformpaket auf den Weg bringen. Geplant sind Maßnahmen für den Arbeitsmarkt, die Sozialversicherungen, die Einkommensteuer sowie zum Abbau von Bürokratie.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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