Wirtschaft

Unicredit-Zoff: Commerzbank-Betriebsrat zeigt an

Übernahmekrimi eskaliert: Commerzbank-Betriebsrat will Strafanzeige gegen Unicredit - geht es um Manipulation?

12.06.2026, 10:52 Uhr

Gesamtbetriebsrat der Commerzbank prüft Strafanzeige gegen Unicredit

Im Übernahmestreit zwischen der Commerzbank und der italienischen Großbank Unicredit verschärft sich der Ton. Der Gesamtbetriebsrat der Commerzbank wirft Unicredit vor, mit Aussagen rund um das Übernahmeangebot ein falsches Bild zu vermitteln, und will deshalb eine Strafanzeige prüfen.

Betriebsratschef Sascha Uebel sagte dem Handelsblatt, dass hierzu eine außerordentliche Sitzung des Gesamtbetriebsrats stattfinde. Dort solle beschlossen werden, den Vorsitzenden zu beauftragen, wegen des Verdachts auf Marktmanipulation und Irreführung nach den Paragrafen 119 und 120 des Wertpapierhandelsgesetzes Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. Der Vorwurf ist erheblich, denn Marktmanipulation ist in Deutschland strafbar.

Unicredit hatte Anfang Mai ein Angebot zur Übernahme der Commerzbank vorgelegt. Bis Donnerstag wurden der Bank nach eigenen Angaben 11,22 Prozent der Commerzbank-Aktien angedient. Rechnerisch würde sich ihr Anteil damit auf mehr als 37 Prozent erhöhen. Hinzu kommen über Kaufoptionen gesicherte Beteiligungen von mehr als drei Prozent sowie weitere Finanzinstrumente.

Zweifel an der Darstellung des Übernahmefortschritts

Dass Unicredit schon deutlich vor Ablauf der Annahmefrist eine so große Zahl an Aktien einsammeln konnte, sorgt für Verwunderung. Die Frist läuft noch bis zum 16. Juni und kann bis zum 3. Juli verlängert werden. Auffällig ist dabei, dass das Angebot unter dem aktuellen Börsenkurs der Commerzbank-Aktie liegt. Üblicherweise reichen vor allem institutionelle Investoren ihre Aktien erst kurz vor Fristende ein.

Commerzbank-Zentrale in Frankfurt
Um die Commerzbank ist ein Übernahmekampf entbrannt (Archivbild) Quelle: Andreas Arnold/dpa

Uebel äußerte deshalb den Verdacht, der Kapitalmarkt solle bewusst in die Irre geführt werden. Nach seiner Darstellung entstehe der Eindruck, Unicredit habe die Übernahme der Commerzbank praktisch bereits gesichert. Das entspreche aus seiner Sicht jedoch nicht den tatsächlichen Verhältnissen.

Auch die Bafin ist bereits eingeschaltet

Die Commerzbank hatte zuletzt bereits die Finanzaufsicht Bafin eingeschaltet. Aus Sicht des Instituts stammen die angedienten Aktien überwiegend von Banken und verbundenen Parteien. Darunter sollen sich auch bekannte Gegenparteien von Unicredit bei Finanzinstrumenten befinden. Nach Auffassung der Commerzbank handelt es sich daher nicht um unabhängige Investoren.

Unicredit wies diese Vorwürfe zurück. Die Bank betont, sie halte sich an die gesetzlichen Vorgaben und befinde sich in einem transparenten Austausch mit der Bafin.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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