Wirtschaft

Siemens-Energy-Chef schlägt Alarm bei Rechenzentren

Siemens-Energy-Chef schlägt Alarm: Verpasst Deutschland den Rechenzentrums-Boom, könnte das den Wohlstand teuer kosten.

12.06.2026, 09:15 Uhr

Siemens-Energy-Vorstandschef Christian Bruch sieht Deutschland beim Ausbau von Rechenzentren in einer kritischen Lage. Nach seiner Einschätzung drohen wirtschaftliche Nachteile, wenn es nicht gelingt, Rechenzentren und die damit verbundene Wertschöpfung ins Land zu holen. Siemens Energy errichtet zwar selbst keine solchen Anlagen, beliefert jedoch die Branche.

In Maintal bei Frankfurt hatte der US-Konzern Edgeconnex kürzlich sein Vorhaben aufgegeben, dort ein Rechenzentrum zu bauen. Auslöser der Debatte war vor allem der Plan, ein Gaskraftwerk zur Stromversorgung der Anlage zu errichten, gegen den sich eine Bürgerinitiative stellte. Bruch äußerte sich in Hamburg zu dem Konflikt und zeigte sich darüber nach eigenen Worten verständnislos.

Der Manager warnte, beim Thema Rechenzentren und Künstliche Intelligenz dürfe Deutschland nicht zu spät handeln. Europa habe seiner Ansicht nach durchaus Chancen im KI-Wettbewerb. Voraussetzung sei jedoch, dass die nötige Infrastruktur geschaffen werde – dazu gehörten vor allem leistungsfähige Rechenzentren.

Globaler Wettbewerb um Kapazitäten

Rechenzentren gewinnen immer mehr an Bedeutung, weil sie sowohl für die Datenspeicherung als auch für den Betrieb von KI-Anwendungen gebraucht werden. Zugleich wächst die Kritik an neuen Anlagen, nicht zuletzt wegen ihres hohen Stromverbrauchs.

Im internationalen Vergleich liegen die USA bei den Rechenzentrumskapazitäten vor China. Deutschland kommt derzeit auf knapp drei Gigawatt, davon entfallen rund 500 Megawatt auf KI. Künftig soll die Kapazität hierzulande auf mindestens sechs Gigawatt steigen, wobei mindestens zwei Gigawatt für Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz vorgesehen sind.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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