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Fataler Wald-Irrtum bedroht drei kleine Katzen

Sie dachten, sie retten ausgesetzte Kätzchen im Wald – doch die Wahrheit überrascht. Dann beginnt eine heikle Rettungsaktion.

12.06.2026, 10:21 Uhr

Junge Wildkatzen nach Irrtum wieder mit ihrer Mutter vereint

Im Landkreis Bamberg haben zwei Frauen in einem Wald drei kleine Kätzchen entdeckt und zunächst angenommen, es handle sich um Hauskatzen. Erst nach ihrer Abgabe im Tierheim stellte sich heraus, dass die Tiere zur europäischen Wildkatze gehören. Dank einer gezielten Rückführungsaktion konnten die Jungtiere inzwischen wieder zu ihrer Mutter in den Wald zurückkehren.

Verwechslung mit Folgen

Die Hunde der beiden Finderinnen hatten die Katzenbabys im Wald aufgespürt. Laut Landratsamt Bamberg sehen junge Wildkatzen grau getigerten Hauskatzen zum Verwechseln ähnlich. Deshalb wurden die Tiere zunächst mitgenommen und ins Tierheim gebracht.

Dort erkannten Fachleute jedoch schnell, dass es sich nicht um verlassene Hauskatzen, sondern um Wildkatzen handelte. Für diese bedeutete der Aufenthalt im Tierheim vor allem eines: erheblichen Stress. Lärm, ungewohnte Gerüche und mögliche Krankheitserreger stellen für Wildtiere eine besondere Belastung dar. Die Jungtiere wurden daher vorsorglich in der Quarantänestation untergebracht.

Aufwendige Rückkehr in den Wald

Um die Kätzchen wieder mit ihrer Mutter zusammenzubringen, brachten Experten sie in einer mit Laub getarnten Transportbox zurück an den Fundort im Wald. Zusätzlich wurden mehrere Wildkameras aufgestellt, damit sich das Geschehen aus der Ferne beobachten ließ.

Der Plan ging auf: Gegen drei Uhr morgens erschien eine erwachsene Wildkatze an der Box. Nach Einschätzung der Fachleute handelte es sich eindeutig um die Mutter der drei Jungtiere, die ihren Nachwuchs wieder annahm.

„Wir sind uns sicher, dass es sich bei dem adulten Tier um die Mutter der drei Kätzchen handelt und die Kleinen – wie es richtig ist – in der Natur aufwachsen können. Wir sind sehr froh, dass das geklappt hat“, erklärte Bernhard Struck von der unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts.

Behörde mahnt zur Vorsicht im Wald

Die Naturschutzbehörde appelliert an Hundebesitzer, ihre Tiere im Wald nicht unkontrolliert stöbern zu lassen, um Wildkatzen nicht zu stören. Wer dennoch kleine grau getigerte Katzen entdeckt, sollte sie nicht einfach mitnehmen, sondern stattdessen die Naturschutzbehörden oder den Bund Naturschutz kontaktieren.

Nach Angaben des Bund Naturschutz ist die Wildkatze, die in Bayern lange als ausgerottet galt, inzwischen in Nordbayern wieder weit verbreitet. In geeigneten Waldgebieten komme sie mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut vor, wenn auch bislang noch in geringer Zahl.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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