Wirtschaft

Tankrabatt bremst Inflation – nur kurz

Der Tankrabatt drückt noch die Preise – aber nur kurz. Was passiert mit Sprit, Energie und Inflation nach dem Juni?

12.06.2026, 08:18 Uhr

Tankrabatt bremst Inflation in Deutschland vorerst

Die Inflation in Deutschland hat sich im Mai etwas abgeschwächt. Wie das Statistische Bundesamt bestätigte, lagen die Verbraucherpreise 2,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im April hatte die Teuerungsrate mit 2,9 Prozent noch den höchsten Stand seit Januar 2024 erreicht, nachdem der Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs die Preise deutlich nach oben getrieben hatte.

Vor allem bei Energie ließ der Preisdruck im Mai nach. Energieprodukte kosteten 6,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im April hatte der Anstieg hier noch bei 10,1 Prozent gelegen.

Lebensmittel verteuerten sich dagegen nur leicht um 0,4 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat gingen die Verbraucherpreise von April auf Mai 2026 laut Statistik sogar um 0,2 Prozent zurück.

Nach Einschätzung der IMK-Inflationsexpertin Silke Tober steht Deutschland mit dem spürbaren Rückgang der Inflation im Mai im Euroraum derzeit allein da. Ausschlaggebend sei vor allem der Tankrabatt gewesen. Auch die Nahrungsmittelpreise seien kaum gestiegen. Der stärkere Anstieg bei Dienstleistungen könne zumindest teilweise mit der diesjährigen Osterlage und damit saisonalen Effekten zusammenhängen.

Entlastung an den Zapfsäulen endet bald

Der dämpfende Effekt des Tankrabatts dürfte allerdings nicht lange anhalten. Die seit dem 1. Mai geltende Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um knapp 17 Cent pro Liter läuft bereits Ende Juni aus.

Heizen und Tanken sind seit März infolge des Iran-Kriegs sprunghaft teurer geworden. (Symbolbild)

Wie sich die Inflation in den kommenden Monaten entwickelt, hängt nach Einschätzung von Ökonomen stark von der weiteren Lage im Nahen Osten ab. Zuletzt gab es keine Hinweise auf eine schnelle Entspannung des Konflikts. Steigende Energiekosten könnten auch Lebensmittel und Dienstleistungen verteuern, wenn Unternehmen höhere Produktions-, Transport- und Energiekosten an Kunden weiterreichen.

Experten rechnen mit bis zu 3,5 Prozent Inflation

Der Sachverständigenrat der Bundesregierung erwartet für das laufende Jahr im Durchschnitt eine Inflationsrate von 3,0 Prozent. In einem ungünstigeren Szenario könnten es laut Frühjahrsgutachten auch 3,5 Prozent werden. Hintergrund ist die Sorge, dass durch den Krieg am Golf das Angebot an Rohöl und Flüssigerdgas über längere Zeit eingeschränkt bleiben könnte. Auch die Lage rund um die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus gilt weiter als fragil.

Je stärker die Preise steigen, desto deutlicher bekommen Verbraucher das im Alltag zu spüren. (Symbolbild)

Eine höhere Inflation schmälert die Kaufkraft der Menschen, weil sie sich für den gleichen Geldbetrag weniger leisten können. Zwar hat sich die Teuerung nach dem Preisschub infolge des Ukraine-Kriegs wieder abgeschwächt, 2025 lag die Inflationsrate in Deutschland bei vergleichsweise moderaten 2,2 Prozent. Viele Preise bleiben jedoch dauerhaft auf einem erhöhten Niveau.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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