Wirtschaft

Anthropic vor IPO: Milliardenloch bei KI-Starfirma

Anthropic verschwieg erst die Q3-Zahlen im Börsenprospekt – der Nachtrag enthüllt: Auch dort brannte das Geld lichterloh.

02.11.2026, 18:23 Uhr

Anthropic meldet hohe Verluste vor möglichem Börsengang

Der KI-Anbieter Anthropic, ein Konkurrent von OpenAI, hat seit Jahresbeginn einen Verlust von 104 Milliarden Dollar verbucht. Gleichzeitig stieg der Umsatz in den ersten neun Monaten 2026 laut dem aktualisierten Börsenprospekt deutlich an: von 2,5 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum auf 33,2 Milliarden Dollar. In den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres hatte das Unternehmen noch 25 Milliarden Dollar Minus ausgewiesen.

Anthropic bereitet sich damit auf einen Börsengang in den kommenden Wochen vor und wäre damit schneller als der ChatGPT-Entwickler OpenAI, der in diesem Jahr keine Aktienplatzierung mehr anstrebt.

Für das dritte Quartal nennt der überarbeitete Prospekt zusätzliche Zahlen: Bei einem Umsatz von 17 Milliarden Dollar fiel ein Verlust von 23,3 Milliarden Dollar an. Ein großer Teil davon ist auf eine bilanzielle Neubewertung zurückzuführen. Der operative Verlust belief sich auf 567 Millionen Dollar.

Massive Investitionen in Rechenleistung und Infrastruktur

Wie andere KI-Unternehmen investiert auch Anthropic derzeit massiv in die Entwicklung seiner Modelle und in Rechenkapazitäten. Allein im vergangenen Quartal gab die Firma rund fünf Milliarden Dollar für Computerressourcen aus.

Aus dem Prospekt geht außerdem hervor, dass Anthropic für die kommenden Jahre bereits Investitionen von insgesamt 895 Milliarden Dollar für Rechenzentren und Infrastruktur eingeplant hat. Davon sollen fast 450 Milliarden Dollar noch vor Ende 2030 fällig werden.

Mit seinem KI-Assistenten Claude konkurriert Anthropic nicht nur mit ChatGPT, sondern auch mit großen Technologiekonzernen wie Google, Microsoft und Meta. Zuletzt sind unter Anlegern erneut Zweifel gewachsen, ob sich die enormen Ausgaben für Künstliche Intelligenz am Ende tatsächlich auszahlen. Zusätzlich verschärft sich nach eigenständigen Hackerangriffen durch KI-Software die Debatte über die Risiken der Technologie.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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