Wirtschaft

Billigere E-Autos? VW startet jetzt in Spanien

VW baut Billig-E-Autos in Spanien – dank Sonne, Prämien und Mini-Löhnen. Was das für deutsche Käufer jetzt bedeutet.

03.06.2026, 17:23 Uhr

Seat startet in Martorell mit Produktion günstigerer Elektro-Kleinwagen

Im Seat-Werk Martorell bei Barcelona hat offiziell die Fertigung von zwei neuen, vergleichsweise preiswerten Elektro-Kleinwagen aus dem Volkswagen-Konzern begonnen: dem VW ID. Polo und dem Cupra Raval. Der rein elektrische ID. Polo soll in der Basis knapp unter 25.000 Euro kosten, der Raval rund 1.000 Euro mehr. Zum Produktionsstart sprach Konzernchef Oliver Blume in Anwesenheit des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez von einem wichtigen industriellen Signal für Spanien und Europa.

Blume betonte, dass bezahlbare E-Autos großes Wachstumspotenzial hätten. Nach seiner Einschätzung dürfte der europäische Markt für vollelektrische Kleinwagen nach 2030 etwa viermal so groß sein wie heute. Gleichzeitig verwies er auf den zunehmenden Konkurrenzdruck im Einstiegssegment. Die EU müsse beim Klimaschutz eine führende Rolle behalten und diesen Kurs auch wirtschaftlich nutzen. Dafür brauche es politische Unterstützung, etwa durch attraktive Anreize und international wettbewerbsfähige Arbeitskosten.

Weitere Modelle geplant: ID. Every1 ab 2027

Mit dem ID. Polo und dem Cupra Raval soll der Ausbau jedoch nicht enden. In Pamplona im Norden Spaniens sollen später zwei weitere Elektro-Modelle von VW und Skoda gebaut werden. VW-Markenchef Thomas Schäfer unterstrich mit Blick auf den ID. Polo, Elektromobilität dürfe kein Luxusprodukt sein. Entscheidend seien Alltagstauglichkeit, ein bezahlbarer Preis und moderne Technik.

ID Polo
In Spanien ist jetzt die Produktion des ID. Polo angelaufen. (Archivbild) Quelle: Kay Nietfeld/dpa

Ab dem kommenden Jahr soll außerdem mit dem ID. Every1 ein noch günstigeres Modell für etwa 20.000 Euro folgen. Dieses Fahrzeug soll in Portugal produziert werden.

Allerdings werden die angekündigten Einstiegspreise zunächst nicht sofort erreichbar sein. Zum Marktstart kommen sowohl der ID. Polo als auch der Cupra Raval zunächst nur in höherwertigen Versionen mit größerem Akku auf den Markt, wodurch die Preise deutlich über 30.000 Euro liegen. Die günstigeren Basisvarianten mit kleiner Batterie und weniger Leistung sollen erst ab Juli bestellbar sein. Die Auslieferung des ID. Polo ist dann ab September vorgesehen.

Spanien punktet mit Kosten- und Fördervorteilen

Ein wesentlicher Grund für die Produktion in Spanien sind die günstigeren Rahmenbedingungen. Nach Einschätzung von Branchenexperte Bratzel wäre ein solches Modell in Deutschland wirtschaftlich kaum noch sinnvoll zu bauen. Spanien biete dagegen Vorteile wie preiswerten Solarstrom für die Batterieproduktion und niedrigere Lohnkosten in der Montage. Hinzu kommen staatliche Fördergelder von fast 400 Millionen Euro.

Auch der klassische Verbrenner-Polo wurde über viele Jahre hinweg überwiegend in Spanien gefertigt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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