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Bayern schlägt Alarm: Mehr Badetote als gedacht

Tödlicher Badespaß? Warum Seen und Flüsse im Sommer zur Falle werden – und wie eine neue Kampagne Leben retten soll.

03.06.2026, 16:02 Uhr

Mehr Vorsicht beim Baden: Bayern startet Aufklärungskampagne

Steigende Temperaturen und voller Betrieb an Seen und Flüssen gehören zum Sommer dazu. Doch der Badespaß kann gefährlich werden: In Bayern ist die Zahl tödlicher Ertrinkungsunfälle zuletzt deutlich gestiegen. Deshalb rufen das Innenministerium, die Wasserwacht und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gemeinsam zu mehr Umsicht am und im Wasser auf.

Nach Angaben von Innenminister Joachim Herrmann kamen im vergangenen Jahr 84 Menschen im Freistaat durch Ertrinken ums Leben. Im Jahr zuvor waren es 70.

Innenminister mahnt mehr Aufmerksamkeit an

Zum Auftakt der Social-Media-Initiative „Sicherheit am und im Wasser“ betonte Herrmann, der Anstieg sei alarmierend. Das Thema müsse ernster genommen werden, zugleich solle die Bevölkerung stärker für Risiken sensibilisiert werden.

Mit Videos, Grafiken und praktischen Hinweisen informieren Innenministerium, Wasserwacht und DLRG vor allem über soziale Netzwerke über Gefahren beim Baden. Ziel der Kampagne ist es, Badende darüber aufzuklären, wie sie Unfälle vermeiden und sich in Notlagen richtig verhalten.

Vor allem freie Gewässer bergen Risiken

Die meisten tödlichen Badeunfälle passieren den Angaben zufolge in Seen und Flüssen. Gerade natürliche Gewässer würden oft unterschätzt, sagte Herrmann. Im Unterschied zu Schwimmbädern gebe es dort keine konstanten Wassertiefen, häufig schlechte Sichtverhältnisse und nicht überall Aufsichtspersonal. Betroffen seien Menschen jeden Alters – vom Kind bis zum Senior.

Social-Media-Kampagne Sicherheit am und im Wasser
DLRG und Wasserwacht zeigen bei einer Übung, wie sie Badende in Not aus dem Wasser retten. Quelle: A4366 Sven Hoppe/dpa

Was Badeunfälle häufig auslöst

Nach Einschätzung der Rettungsorganisationen zählen fehlende Schwimmfähigkeiten, Leichtsinn, Alkohol oder Drogen sowie Kreislaufprobleme nach dem Sprung in kaltes Wasser zu den häufigsten Ursachen. Auch Strömungen in Seen und Flüssen können schnell gefährlich werden.

Empfehlungen für sicheres Baden

Die Einsatzkräfte raten, nur gesund und in guter Verfassung ins Wasser zu gehen. Kinder sollten niemals unbeaufsichtigt bleiben, außerdem sind Warnschilder unbedingt zu beachten. Vor dem Schwimmen sollte sich der Körper langsam an die Temperatur des Wassers gewöhnen.

Wer nicht sicher schwimmen kann, sollte nur bis höchstens zur Körpermitte ins Wasser gehen. Aufblasbare Schwimmhilfen gelten nicht als verlässlicher Schutz, sondern lediglich als Unterstützung. Bei Ausflügen mit Boot, Kanu oder Stand-up-Paddle empfehlen die Experten das Tragen einer Rettungsweste. Bei Gewitter gilt: sofort raus aus dem Wasser.

Auch Helfer sollen auf die eigene Sicherheit achten

Herrmann appellierte außerdem an mögliche Retter, sich nicht selbst zu gefährden. Wer einen Notfall beobachtet, sollte umgehend Hilfe organisieren, den Notruf wählen und vorhandene Rettungsmittel wie etwa einen Rettungsring einsetzen. Es sei niemandem geholfen, wenn aus einer Notsituation zwei werden.

Zugleich hob der Minister die Bedeutung von Wasserwacht und DLRG hervor. Beide Organisationen seien ein unverzichtbarer Teil des Rettungssystems und lebten in hohem Maß vom ehrenamtlichen Engagement vieler Helferinnen und Helfer. Für Ausrüstung und Technik wie Rettungsboote, Einsatzfahrzeuge und Digitalfunk habe der Freistaat in den vergangenen zwei Jahren mehr als 13,5 Millionen Euro bereitgestellt. Für 2026 seien weitere knapp sechs Millionen Euro eingeplant.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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