Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach hat zum Welt-Moskito-Tag vor einer weiteren Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke gewarnt. Es sei wichtig, mögliche Gefahren frühzeitig ernst zu nehmen und mit vorausschauenden Maßnahmen gegenzusteuern, erklärte die CSU-Politikerin.
Die Ministerin rief die Bevölkerung dazu auf, selbst zur Eindämmung beizutragen. So sollten etwa stehende Wasserstellen vermieden werden, zum Beispiel in Blumentöpfen, Untersetzern oder Gießkannen, da Mücken dort bevorzugt ihre Eier ablegen. Regentonnen sollten mit engmaschigen Abdeckungen gesichert werden. Vogeltränken empfiehlt sie, einmal pro Woche zu leeren und gründlich zu reinigen. Schon kleine Vorsorgeschritte könnten viel bewirken, betonte Gerlach.
Derzeit nur geringes Risiko
Nach Einschätzung der Ministerin ist die Gefahr für Menschen in Bayern aktuell weiterhin niedrig. Dennoch verfolgt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) die Entwicklung im Rahmen eines Monitorings sehr genau. Beobachtet werden unter anderem Memmingen, Nürnberg, Passau und Rosenheim.
Einige Kommunen und Landkreise haben bereits eigene Überwachungsprogramme aufgebaut. In Fürth etwa wird gemeinsam mit einem spezialisierten Dienstleister gegen eine örtliche Tigermücken-Population vorgegangen. In Fürth, Würzburg und München gehen die Behörden inzwischen davon aus, dass sich dort Populationen etabliert haben, die den Winter überstehen können.
Weitere Funde in mehreren Regionen
Für das Jahr 2025 wurden zudem neue Populationen in Nürnberg sowie in den Landkreisen Forchheim und Wunsiedel gemeldet. Im Jahr 2026 gab es bislang Nachweise in Rosenheim, Nürnberg, Schwabach, im Oberallgäu und in Fürth.

Die Asiatische Tigermücke kann grundsätzlich Krankheitserreger übertragen, darunter solche, die etwa Dengue-Fieber auslösen. In Deutschland wurde bislang jedoch noch kein Fall bekannt, bei dem es hierzulande zu einer solchen gefährlichen Übertragung gekommen ist. LGL-Präsident Christian Weidner betonte, dass ein frühes Erkennen der Insekten helfen könne, ihre dauerhafte Ansiedlung zu verhindern oder ihre Verbreitung zumindest zu bremsen.
Weltweit zählen Stechmücken zu den gefährlichsten Tieren für den Menschen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sterben jedes Jahr mehr als 700.000 Menschen an Krankheiten, die durch Mücken, Fliegen, Läuse oder andere Insekten übertragen werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber