Stars

Tupac-Mordprozess: Jetzt wird es dramatisch

30 Jahre nach Tupacs Tod steht ein mutmaßlicher Drahtzieher vor Gericht – fällt jetzt endlich das Urteil im Rap-Mordfall?

28.08.2026, 06:28 Uhr

Prozess um Tupac-Mord in Nevada kurz vor dem Abschluss

Fast 30 Jahre nach der Tötung des US-Rappers Tupac Shakur steuert das Verfahren gegen einen mutmaßlichen Hintermann in Nevada auf die Schlussphase zu. Nach neun Verhandlungstagen in Las Vegas sollen in der kommenden Woche die Schlussplädoyers gehalten werden. Anschließend wird eine Jury aus zwölf Geschworenen über Schuld oder Unschuld entscheiden.

Der frühere Bandenchef Duane Davis war 2023 in Las Vegas festgenommen worden. Ihm wird unter anderem Mord unter Einsatz einer tödlichen Waffe vorgeworfen. Vor Gericht bekannte sich der 63-Jährige nicht schuldig. Sollte er verurteilt werden, droht ihm lebenslange Haft.

Shakur starb mit nur 25 Jahren

Tupac Shakur war am 7. September 1996 in Las Vegas aus einem vorbeifahrenden Auto heraus angeschossen worden. Er saß selbst in einem anderen Wagen, als mehrere Schüsse fielen. Sechs Tage später starb der Hip-Hop-Star im Alter von 25 Jahren im Krankenhaus an seinen Verletzungen.

In der Tatnacht war Shakur gemeinsam mit Suge Knight unterwegs, dem Mitgründer des Labels Death Row Records. Zuvor hatten beide in Las Vegas einen Boxkampf von Mike Tyson besucht. Später kam es in einem Hotel zu einer Schlägerei, bei der ein Neffe von Davis von Shakur und dessen Begleitern attackiert worden sein soll. Davis und sein Neffe gehörten einer Gang aus Südkalifornien an, die mit der Gruppierung um Knight verfeindet gewesen sein soll.

Anklage sieht Rachemotiv

Den Geschworenen wurden Aufnahmen der Prügelei gezeigt. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft wollte Davis den Angriff auf seinen Neffen rächen und entwickelte daraufhin den Plan zur Tötung Shakurs. Laut Anklage soll er die Tatwaffe besorgt und sie anschließend an die Männer auf der Rückbank des Wagens weitergegeben haben, aus dem später auf Shakur und Knight geschossen wurde.

Prozess um Mord an Tupac Shakur
Der Angeklagte erschien im Anzug vor Gericht. Quelle: Steve Marcus/POOL Reuters via AP/dpa

Widersprüche in den Aussagen

Davis hatte in der Vergangenheit mehrfach erklärt, er habe in dem Cadillac gesessen, aus dem die Schüsse abgegeben wurden. Auch in Polizeibefragungen sowie in seinen 2019 erschienenen Memoiren „Compton Street Legend“ äußerte er sich dazu. Später behauptete er in Fernsehinterviews jedoch, er sei damals gar nicht in Las Vegas gewesen.

Sein Anwalt Michael Sanft zeichnete vor Gericht das Bild eines Mannes, der häufig übertreibe und Geschichten erfinde, um Aufmerksamkeit und Geld daraus zu ziehen. Zugleich warf die Verteidigung den Ermittlern schwere Versäumnisse vor. Die Mordwaffe sei nie sichergestellt worden, außerdem fehle ein klarer, lückenloser Beweis dafür, dass Davis tatsächlich am Tatort gewesen sei.

Im Verlauf des Prozesses sagten Polizisten, Augenzeugen sowie Personen aus der Rap- und Gangszene aus. Davis selbst machte vor Gericht keine Aussage. Auch Suge Knight, der in der Tatnacht am Steuer neben Shakur saß, wurde nicht als Zeuge geladen. Er verbüßt derzeit eine Haftstrafe wegen Totschlags.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen