Wetter

Überlebende packen aus: So schlimm war die Sturzflut

Hunderte Verletzte fliehen ins Armeecamp – zwischen Helikopterlärm und banger Hoffnung beginnt nach der Sturzflut der Albtraum.

28.08.2026, 06:05 Uhr

Überlebende schildert Verwüstung nach Sturzflut in Nepal

„Als wir von der Flut gehört haben, wollten wir es zunächst nicht wahrhaben“, berichtet die Nepalesin Parbati Adhikari über den Tag, an dem eine gewaltige Sturzflut im Grenzgebirge zwischen Nepal und China schwere Schäden anrichtete und viele Menschen das Leben kostete.

Ihr Heimatdorf Tupche in der Provinz Bagmati sei dabei nahezu vollständig zerstört worden, sagte die 49-Jährige mit stockender Stimme. In dem Ort hätten etwa 60 bis 70 Menschen gelebt. Wie viele von ihnen die Katastrophe überstanden haben, sei bislang unklar.

Adhikari selbst überlebte, weil sie ihr Dorf am Mittwochmorgen Ortszeit verlassen hatte, um zu einem Tempel in der Nähe zu gehen. Unterwegs habe sie gemeinsam mit anderen von der Flut erfahren. „Wir konnten einen Dorfbewohner erreichen, und er sagte uns, dass fast alles zerstört sei“, erzählte sie.

Sie habe sofort zurückkehren wollen, sei jedoch auf halbem Weg nicht weitergekommen. Fünf Brücken seien von den Wassermassen weggerissen worden. Die Nacht habe sie deshalb zusammen mit anderen Menschen auf der Straße verbringen müssen.

Vorläufige Zuflucht auf Armeegelände

Soldaten hätten ihnen schließlich den Weg zu einem militärischen Übungsplatz in Battar Bazar gezeigt, wo sie zunächst Schutz fanden. Dort traf Adhikari ihren Mann und ihren Sohn wieder sowie weitere Verwandte und einige Nachbarn, die ebenfalls überlebt hatten.

„Wir möchten, dass uns die Armee nach Hause bringt. Man muss nur den Fluss überqueren“, sagte sie, während im Hintergrund Hubschrauber zu Rettungseinsätzen starteten.

Überlebende der Sturzflut finden Schutz in einem Armeecamp
Überlebende der Sturzflut in Nepal finden Schutz in einem Armeecamp. Quelle: Dirk Godder/dpa

Nach Angaben eines Armeearztes wurden am Donnerstag mehr als 700 Verletzte auf dem Gelände medizinisch versorgt. Dabei handele es sich vor allem um Knochenbrüche und eher leichtere Verletzungen. Schwer verletzte Menschen würden in Kliniken der Region oder in die Hauptstadt Kathmandu gebracht.

Wo sie die kommende Nacht verbringen werde, wisse sie nicht, sagte Adhikari. „Nichts ist sicher.“ Das Erlebte sei kaum vorstellbar gewesen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen