Wirtschaft

CDU-Vize will Kohlemeiler wieder hochfahren

Wegen des Iran-Kriegs explodieren die Gaspreise: Ein CDU-Politiker fordert jetzt ausgerechnet mehr Kohle – vorerst.

28.08.2026, 06:00 Uhr

Müller fordert stärkeren Einsatz von Kohlekraftwerken

Angesichts der hohen Gaspreise spricht sich der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Sepp Müller, für einen intensiveren Betrieb deutscher Kohlekraftwerke aus. Gegenüber der „Wirtschaftswoche“ sagte der CDU-Politiker, es gehe insbesondere um Anlagen, die derzeit nur dann zugeschaltet werden, wenn bei wenig Wind und Sonne Stromknappheit droht. Diese Kraftwerke sollten aus seiner Sicht wieder dauerhaft am Netz sein.

Hoffnung auf sinkende Stromkosten

Müller argumentiert, ein solcher Schritt könne die Strompreise drücken und zugleich den Verbrauch von teurem Erdgas verringern. Das würde nach seiner Einschätzung auch helfen, die Gasspeicher mit Blick auf den Winter besser zu füllen. Als Grund für den Handlungsbedarf verweist er auf die angespannte internationale Lage infolge des Krieges mit Beteiligung des Iran, durch den die Gaspreise stark gestiegen seien.

Zugleich beruft sich Müller auf den Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD. Darin werde festgehalten, dass sich der Zeitplan für das Abschalten oder Überführen von Kohlekraftwerken in die Reserve daran orientieren müsse, wie schnell neue steuerbare Gaskraftwerke tatsächlich gebaut werden.

Reservekraftwerke könnten rasch zurückkehren

Nach Müllers Einschätzung ließen sich die derzeit vorgehaltenen Reservekraftwerke kurzfristig wieder aktivieren. Das Thema solle nun innerhalb der Koalition beraten werden. Der Abgeordnete geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft dadurch jährlich einen Betrag in dreistelliger Millionenhöhe einsparen könnte.

Kohle nur als Übergang gedacht

Müller versteht den verstärkten Einsatz von Kohlekraft als befristete Lösung. Die Anlagen sollten so lange weiterlaufen, bis Gaskraftwerke mit vergleichbarer Leistung zur Verfügung stünden. Damit sei voraussichtlich in den Jahren 2030 oder 2031 zu rechnen.

Auf Kritik an der besonders klimaschädlichen Stromerzeugung aus Kohle verweist der CDU-Politiker auf den Emissionshandel. Er kündigte zudem an, das Gespräch mit der SPD zu suchen. Mit Wirtschaftsministerin Katherina Reiche stehe er bereits in Kontakt. Es gebe, so Müller, verschiedene Möglichkeiten für die Umsetzung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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