Ikkimel feiert Australien-Premiere vor begeistertem Publikum
Die Rapperin Ikkimel hat am Wochenende erstmals in Australien gespielt und dabei in Melbourne sowie Sydney Station gemacht. In Sydney trat sie im Hof der Manning Bar auf dem Gelände der University of Sydney auf, wo etwas mehr als 2.000 Menschen Platz finden. Ihr Konzert war Teil eines Techno-DJ-Sets der Berliner Musikplattform HÖR.
Bereits rund eine Stunde vor dem Auftritt war der Innenhof komplett gefüllt. Viele Fans warteten gespannt auf ihre "Mutter" – so wird Ikkimel von ihren Anhängern oft liebevoll genannt. Auch der Begriff "Mommy" scheint beim australischen Publikum längst angekommen zu sein.
Der 20-jährige Finn O’Mahoney berichtete, er habe Ikkimel zum ersten Mal gemeinsam mit Deutschen auf einem Berg in Albanien gehört. Nach der Rückkehr nach Australien sei ihm dann aufgefallen: "Ikkimel ist überall." Auch wenn viele ihre deutschen Texte nicht verstünden, komme die Energie dennoch an. Für ihn passt ihre Haltung gut zur australischen Mentalität: Die Welt gehe zwar unter, aber man habe trotzdem seinen Spaß.
In Deutschland gilt Ikkimel als Künstlerin, die den Begriff "Fotze" offensiv neu besetzt hat – so heißt auch ihr Debütalbum. Unterstützer sehen darin eine Form der Selbstermächtigung: Ein abwertendes Wort werde umgedeutet und als selbstbewusste Eigenbezeichnung genutzt. O’Mahoney zog dabei einen Vergleich zum australischen Sprachgebrauch, in dem auch das Wort "cunt" oft vielfältig verwendet werde.

Im Publikum waren auffallend viele deutschsprachige Fans. Das zeigte sich direkt zu Beginn, als Ikkimel fragte: "Wer versteht mich denn hier?" Eine der Zuhörerinnen war die 25-jährige Kristina Paric aus Köln, die derzeit in Sydney studiert. Für sie stand nach dem Entdecken der Werbung sofort fest, dass sie das Konzert nicht verpassen würde. Besonders schätzt sie an Ikkimel deren feministische Botschaften.
Ähnlich sieht es Lara, 23, aus Aachen. Sie sagte, Ikkimel vertrete eine "ultrakorrekte politische Haltung" und wage es, klar Stellung zu beziehen. Lara hat ihre Australienreise verlängert, um noch eine Zeit lang als Au-pair zu arbeiten. Die Rapperin ausgerechnet dort statt in Deutschland live zu erleben, empfindet sie als völlig surreal.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber