Regen bringt Hoffnung für Bayerns Pilzfreunde
Nach den jüngsten Niederschlägen in Bayern könnten Pilzsammler doch noch auf eine ordentliche Saison hoffen. Darauf weist Christine Margraf hin, Artenschutzreferentin beim Bund Naturschutz. Nach einem heißen Sommer und langen trockenen Wochen war der Start in den Herbst für viele Pilzfreunde zunächst enttäuschend verlaufen.
Margraf betont jedoch, dass die Pilze durch die Trockenheit nicht einfach verschwunden seien. Zwar sei ihr Wachstum vielerorts deutlich gebremst worden, doch das unterirdische Geflecht, das sogenannte Myzel, könne auch längere Dürrephasen überstehen. Wenn nun ausreichend und anhaltend Regen falle und die Feuchtigkeit tief genug in den Boden eindringe, könnten sich wieder neue Fruchtkörper bilden. Kurze, heftige Schauer allein reichten dafür nicht aus.
Große Unterschiede von Region zu Region
Bis die ersten Pilze nach dem Regen sichtbar werden, können je nach Art einige Tage bis etwa zwei Wochen vergehen. Allerdings ist die Lage im Freistaat sehr unterschiedlich. Auch Christoph Hahn, Vorsitzender der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft, bestätigt dieses Bild: Während manche Wälder weiterhin kaum etwas hergeben, seien andere Gebiete durchaus ergiebig.
Nach Hahns Einschätzung gibt es insgesamt eher wenige Pilze. In einigen Wäldern sei das Aufkommen nach wie vor sehr gering, in anderen Beständen dagegen überraschend gut. Besonders am Alpenrand, etwa rund um Garmisch und Mittenwald, seien die Bedingungen günstiger gewesen. Vor allem an Nordhängen habe es wiederholt Gewitter, später viel Tau und insgesamt weniger extreme Temperaturen gegeben.
Pilze sind für den Wald unverzichtbar
Hahn erklärt, dass Pilze nach Regen regelrecht aus dem Boden schießen können, sofern weder das Pilzgeflecht noch die Baumwurzeln durch Trockenheit geschädigt wurden. In anderen Regionen müssten sich die Bestände zunächst erholen, weshalb dort nur wenige oder gar keine Fruchtkörper entstünden.
Margraf macht zudem deutlich, dass Pilze weit mehr sind als nur eine begehrte Zutat für Sammler. Im Wald übernehmen sie zentrale Aufgaben: Sie bauen abgestorbenes organisches Material ab und helfen Bäumen über ihr Geflecht dabei, Wasser und Nährstoffe aufzunehmen. Wiederkehrende Trockenphasen infolge des Klimawandels könnten dieses empfindliche Zusammenspiel jedoch zunehmend stören.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber