Jan Böhmermann stellt seine Sendung „ZDF Magazin Royale“ zum Jahresende ein. Das ZDF teilte mit, dass das Magazin nach mehr als sechs Jahren in der bisherigen Form ausläuft.
Die letzte Ausgabe ist für den 18. Dezember geplant. Nach Angaben des Senders endet die Show dann nach mehr als 187 Ausgaben. In dieser Zeit wurde das Format mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Grimme-Preis, dem Deutschen Fernsehpreis und dem Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis.
Zugleich erklärte das ZDF, man befinde sich derzeit in guten Gesprächen mit Jan Böhmermann über ein mögliches neues Show-Konzept. Programmdirektorin Nadine Bilke betonte, das „ZDF Magazin Royale“ stoße mit seiner Mischung aus Satire und Investigation regelmäßig wichtige öffentliche Debatten an. Man hoffe, die erfolgreiche Zusammenarbeit fortzusetzen und gemeinsam ein neues Show-Kapitel aufzuschlagen. Weitere Details zu möglichen Inhalten wurden zunächst nicht genannt. Über den Ausgang der Gespräche will der Sender zu gegebener Zeit informieren.
Auch Böhmermann selbst ließ durch das ZDF mitteilen: „Ich möchte noch mal eine andere Sendung machen.“ Der 45-Jährige ist für seinen provokanten Humor und klare Positionierungen bekannt. Seine Formate stoßen regelmäßig Debatten an und polarisieren entsprechend.
Schon in diesem Jahr war „ZDF Magazin Royale“ deutlich seltener zu sehen als zuvor. Geplant waren eine Frühjahrs- und eine Herbststaffel mit 22 Folgen, nachdem es in den Vorjahren jeweils 33 Episoden gegeben hatte.
Die Weiterentwicklung seiner Shows ist für Böhmermann nicht neu: 2013 startete er mit dem „Neo Magazin“, später lief knapp fünf Jahre lang „Neo Magazin Royale“ bei ZDFneo. Seit 2020 war das „ZDF Magazin Royale“ im Hauptprogramm des ZDF zu sehen.
Für Aufmerksamkeit sorgte das Format auch juristisch. So warf Böhmermann 2022 in einer Sendung dem damaligen Präsidenten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, Arne Schönbohm, eine zu große Nähe zu einem Verein mit angeblichen Kontakten zu russischen Geheimdiensten vor. Schönbohm wurde danach von seinem Posten abberufen. Später untersagte das Oberlandesgericht München dem ZDF mehrere Aussagen, die im „ZDF Magazin Royale“ und anschließend auf zdf.de verbreitet worden waren.
In den vergangenen Jahren hatte Böhmermann sein Schaffen bereits breiter aufgestellt. Seit Mitte Juli läuft die fünfte Staffel von „Böhmi brutzelt“ bei ZDFneo. Zudem ist er gemeinsam mit Olli Schulz im Podcast „Fest & Flauschig“ zu hören.
Auch im Kunstbereich war er bereits aktiv. Vor knapp einem Jahr zeigte er im Berliner Haus der Kulturen der Welt die Ausstellung „Die Möglichkeit der Unvernunft“. Dort waren unter anderem Hass-Parolen auf Postkarten zu sehen. Böhmermann erklärte damals, die Ausstellung stehe auch für eine Kommunikation, die sich ändern müsse.
Für Anfang 2027 war zudem eine Tour mit dem aus seiner Show bekannten Rundfunk-Tanzorchester Ehrenfeld geplant. Laut einem Medienbericht wurde die Tournee „Auf! Auf! Ehrenfeld!“ inzwischen abgesagt. Nach Informationen von DWDL.de haben die meisten Mitarbeitenden der Sendung projektbezogene Verträge. Zwar sei eine weitere Zusammenarbeit zwischen Böhmermann und dem ZDF über das Jahresende hinaus grundsätzlich möglich, vorerst laufe der nur für 2025 um ein Jahr verlängerte Vertrag jedoch aus. In diesem Zusammenhang wird auch die abgesagte Tour genannt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber