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Ed Sheeran und Macklemore: Was hinter dem Zoff steckt

Nach Macklemores Gaza-Statements flog er aus Ed Sheerans Tour: Wer drängte auf den Rauswurf – und was passiert jetzt?

18.09.2026, 05:25 Uhr

Wirbel um Ed Sheerans US-Tour wegen Macklemore

Ed Sheeran befindet sich derzeit mit seiner „Loop“-Tour in den USA. Für Unruhe sorgt allerdings nicht seine eigene Show, sondern ein Streit um die politischen Aussagen des US-Rappers Macklemore, der zunächst im Vorprogramm auftrat.

Wie kam es zu dem Konflikt?

Bei zwei Konzerten in East Rutherford bei New York stand Macklemore zu Beginn des Monats vor Sheeran auf der Bühne. Der Rapper, der mit bürgerlichem Namen Benjamin Haggerty heißt, äußert sich seit Jahren klar propalästinensisch und nutzte auch diese Auftritte für entsprechende Botschaften.

In Videos, die Macklemore selbst auf Instagram veröffentlichte, ist zu hören, wie er erklärt, einer der Gründe für seine Teilnahme an der Tour sei gewesen, in Stadien in den USA die Worte „Free Palestine“ auszusprechen. Damit wolle er ein Zeichen setzen und Menschen in Gaza sowie im besetzten Westjordanland wissen lassen, dass sie nicht vergessen seien.

Beim darauffolgenden Konzert wandte er sich zudem an jüdische Zuhörerinnen und Zuhörer. Kritik an Israel, an Apartheid und an Völkermord sei aus seiner Sicht keine Kritik an jüdischen Menschen. Seine Botschaft richte sich an Frieden, Liebe und die gleiche Würde für alle.

Welche Folgen hatte das?

Nach diesen Aussagen forderten mehrere jüdische Organisationen, Macklemore nicht länger im Rahmen der Tour auftreten zu lassen. In einer Petition des Israeli-American Council hieß es sinngemäß, Meinungsfreiheit entbinde nicht von Verantwortung – und Sheeran trage für seine Bühne Verantwortung.

Musiker Macklemore
Sorgt erneut mit seiner propalästinensischen Haltung für Aufsehen: US-Musiker Macklemore. (Archivbild) Quelle: Britta Pedersen/dpa

Kurz darauf erklärte Macklemore, Sheeran und dessen Team hätten ihn von der Tour ausgeschlossen. Sheeran widersprach öffentlich und betonte, die Entscheidung sei vom Tourveranstalter getroffen worden, nicht von ihm persönlich. Er habe in den Tagen zuvor mit Veranstaltern, Vertretern der Hallen und Aktivisten beider Seiten gesprochen, um eine Lösung zu finden – jedoch ohne Ergebnis.

Weitere Absagen im Vorprogramm

Aus Solidarität mit Macklemore zogen sich anschließend auch weitere Acts aus dem Vorprogramm zurück. Dazu gehörten Aaron Rowe, Lukas Graham, die Band Beoga sowie Finneas O’Connell, der vor allem als enger musikalischer Partner seiner Schwester Billie Eilish bekannt ist.

Finneas begründete seinen Rückzug damit, dass Künstler nicht zum Schweigen gebracht werden dürften, wenn sie sich für unterdrückte Menschen einsetzten.

Welche Rolle spielte Robert Kraft?

Besonders im Fokus steht auch der US-Milliardär Robert Kraft. Ihm gehört unter anderem ein Stadion in Massachusetts nahe Boston, in dem Sheeran Ende des Monats zwei Konzerte geben soll. Kraft ist Jude und soll hinter den Kulissen maßgeblich daran beteiligt gewesen sein, dass Macklemore nicht weiter Teil des Tourprogramms bleibt.

Nachdem Macklemore angekündigt hatte, Einnahmen von rund einer Million US-Dollar an Palästinenser spenden zu wollen, forderte er auch Kraft zu einer Spende auf. Kraft und Sheeran kündigten daraufhin ebenfalls finanzielle Hilfe an, um auf die humanitäre Notlage in der Region zu reagieren.

Nach Angaben von Kraft hatte Sheeran ihn zuvor selbst kontaktiert und gebeten, sich mit zwei Millionen US-Dollar an einer Spende zur Linderung der humanitären Krise zu beteiligen.

Was sagt Ed Sheeran selbst dazu?

Auf Instagram erklärte Sheeran, er respektiere Macklemores Recht, sich deutlich für seine Überzeugungen einzusetzen. Für sich selbst habe er jedoch entschieden, seine Konzerte nicht als Plattform für politische Statements zu nutzen. Gerade weil sich in seinem Publikum viele junge Menschen und auch Kinder befänden, wolle er bei seinen Shows einen sicheren Rückzugsort schaffen.

Zugleich schrieb er, auch ihn erschüttere der Nahostkonflikt und das Leid auf beiden Seiten. Er habe sehr wohl eine persönliche Haltung zu dem Krieg. Dass er diese nicht öffentlich ausformuliere, bedeute weder Gleichgültigkeit noch fehlendes Mitgefühl.

Reaktionen aus der Promiwelt

Unter Macklemores Instagram-Beiträgen meldeten sich zahlreiche prominente Unterstützer zu Wort oder hinterließen Symbole der Zustimmung. Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg kommentierte etwa mit den Worten „Volle Solidarität und Free Palestine“. Außerdem kritisierte sie das aus ihrer Sicht bewusste Schweigen vieler Künstler angesichts von Ungerechtigkeit und Völkermord.

Macklemore sieht sich allerdings seit längerem auch mit Vorwürfen konfrontiert, in Auftritten oder Texten antisemitische Klischees zu bedienen. Das weist der Musiker zurück.

Schon in Deutschland hatte ein angekündigter Festivalauftritt des Rappers im Sommer 2025 heftige Diskussionen ausgelöst. Trotz der Kritik stand Macklemore beim Deichbrand-Festival in Niedersachsen am Ende auf der Bühne und erhob dort erneut schwere Vorwürfe gegen Israel.

Welche Folgen könnte das für Sheeran haben?

Wie sehr die Debatte Ed Sheeran am Ende schaden wird, ist derzeit offen. Unklar ist, ob sich seine Fans hinter ihn stellen, ob er sich noch einmal ausführlicher äußern wird und ob es auf dem weiteren Tourverlauf neue Spannungen gibt.

Erste Hinweise darauf dürfte es schon bald geben: Das nächste Konzert der Tour ist für Samstagabend Ortszeit in Philadelphia geplant.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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