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Schon wieder: Kubas Stromnetz kollabiert

Ganz Kuba im Dunkeln: Wegen Ölmangel und Schrott-Kraftwerken stehen 9,4 Millionen Menschen plötzlich ohne Strom da.

18.09.2026, 21:23 Uhr

Erneuter landesweiter Stromausfall in Kuba

In Kuba ist es seit Beginn des Jahres bereits zum siebten vollständigen Blackout gekommen. Der staatliche Energieversorger UNE erklärte, die Gründe für den Ausfall würden derzeit untersucht. Zugleich seien die vorgesehenen Maßnahmen zur schrittweisen Wiederherstellung der Stromversorgung eingeleitet worden.

Der sozialistische Inselstaat steckt wegen veralteter Infrastruktur und eines seit Monaten bestehenden US-Ölembargos in einer schweren Energiekrise. Das Land mit rund 9,4 Millionen Einwohnern kann nur einen begrenzten Teil seines Energiebedarfs selbst decken.

Schon in den vergangenen Tagen war die Versorgung in mehreren Regionen durch Probleme in überalterten Wärmekraftwerken und fehlenden Treibstoff massiv gestört. Teilweise mussten Menschen nach Angaben aus Kuba täglich bis zu 30 Stunden ohne Strom auskommen. Bereits vor dem landesweiten Ausfall hatte UNE erwartet, dass am Freitag zur Hauptverbrauchszeit lediglich 1.110 Megawatt zur Verfügung stehen würden — bei einem Bedarf von etwa 3.200 Megawatt.

Kaum noch Erdöllieferungen aus dem Ausland

Seit Dezember erhält Kuba dem Bericht zufolge zudem kein Erdöl mehr aus Venezuela, das lange als enger Verbündeter galt. Hintergrund sei die Festnahme des früheren venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar bei einem US-Militäreinsatz in Caracas. Washington arbeite nun mit der kommissarischen Präsidentin Delcy Rodríguez zusammen.

Zusätzlich hatte US-Präsident Donald Trump im Januar Staaten, die Öl nach Kuba liefern, mit Strafzöllen gedroht. In der Folge gingen die Treibstoffimporte aus dem Ausland fast vollständig zurück. Derzeit darf nur noch der kubanische Privatsektor Kraftstoff aus den USA einführen. Mit einer Reihe von Sanktionen versucht Washington demnach, wirtschaftliche und politische Veränderungen in Kuba im eigenen Interesse durchzusetzen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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